Früher war klar: Im Winter ist Ruhe vor Zecken. Doch diese Zeiten sind vorbei. Durch die zunehmend milden Temperaturen bleiben die kleinen Blutsauger mittlerweile fast das ganze Jahr aktiv. Die Folge: Krankheiten wie die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) treten nicht mehr nur saisonal auf.
In Tirol wurden beispielsweise im Vorjahr 23 FSME-Fälle gemeldet. Für Gesundheitsdirektorin Theresa Geley ist klar: Diese Infektion darf nicht unterschätzt werden. Besonders mit steigendem Alter wächst das Risiko für schwere Verläufe deutlich. "Ab 40, 50 Jahren muss man sich bewusst machen, dass die Anfälligkeit steigt", erklärt sie dem ORF. Kinder kommen meist glimpflicher davon.
Weil das Virus längst kein reines Sommerproblem mehr ist, rät Geley, mit der Auffrischungsimpfung nicht zu lange zu warten. Österreich liegt mit einer Durchimpfungsrate von 85 Prozent zwar gut, doch der Schutz sollte aktuell gehalten werden.
Großes Problem: Gegen Borreliose gibt es keine Impfung. Die bakterielle Erkrankung wird ebenfalls durch Zecken übertragen und kann im schlimmsten Fall Nerven, Herz oder Gelenke angreifen. Besonders brisant: Bis zu 30 Prozent der Zecken in Österreich tragen Borrelien in sich. Da es keine Meldepflicht gibt, bleiben viele Fälle unentdeckt.
Zecken lauern übrigens nicht nur im Wald oder im hohen Gras, sondern auch mitten in der Stadt. Wer viel draußen unterwegs ist, sollte daher vorsorgen. Wird eine Zecke entdeckt, heißt es schnell handeln: Oft krabbeln die Tiere noch bis zu 20 Minuten auf der Haut, bevor sie zustechen.
Und selbst in den eigenen vier Wänden ist man nicht sicher. Eine neue Studie zeigt: Zecken können auf Wohnungsböden bis zu drei Wochen überleben - egal ob auf Parkett oder Teppich.