Neue Studie enthüllt Ursachen

Tausende Tote durch Erdrutsche – Österreich in Gefahr

Eine Studie der Uni Wien zeigt: Menschliche Eingriffe machen Erdrutsche tödlicher. Auch in den alpinen Regionen Österreichs wächst das Risiko.
Bernd Watzka
09.04.2026, 06:45
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben

Erdrutsche gelten oft als reine Naturkatastrophe. Doch genau dieses Bild stellt eine neue wissenschaftliche Studie aus Österreich nun infrage. Die Forscher zeigen: In vielen Fällen ist der Mensch selbst der entscheidende Risikofaktor.

Abholzung destabilisiert Hänge

Ein Team rund um die Universität Wien hat gemeinsam mit internationalen Partnern untersucht, warum Erdrutsche in manchen Regionen besonders viele Todesopfer fordern. Das Ergebnis ist klar: Veränderungen der Landnutzung wie Abholzung, Straßenbau oder intensive Landwirtschaft destabilisieren Hänge massiv - und erhöhen so die Gefahr tödlicher Abgänge.

Pro Jahr 4.500 Tote

Weltweit sterben jährlich mehr als 4.500 Menschen durch Erdrutsche, die Schäden gehen dabei in die Milliarden. Besonders dramatisch ist die Lage in ärmeren Ländern. Dort sind laut Studie bereits rund 50 Prozent der Berglandschaften stark vom Menschen verändert. In wohlhabenden Staaten sind es dagegen nur etwa 7 Prozent.

Unterschied zwischen Arm und Reich

Der Unterschied zwischen Arm und Reich zeigt sich auch bei den Folgen von Erdrutschen: Während Länder wie Haiti oder Sri Lanka deutlich mehr Todesopfer verzeichnen, bleibt die Zahl in Staaten wie der Schweiz oder Japan trotz ähnlicher geografischer Bedingungen vergleichsweise niedrig.

Der Grund für den oft glimpflichen Ausgang von Erdrutschen in Europa: strengere Raumplanung, bessere Infrastruktur und weniger Eingriffe in sensible Bergregionen.

Gefahr in Alpen durch Starkregen

Auch für Österreich ist das Thema relevant. Die Alpen sind ein sensibler Lebensraum, in dem Bauprojekte, Tourismus und Forstwirtschaft immer stärker eingreifen. Experten warnen, dass dadurch langfristig auch hierzulande das Risiko steigt - vor allem bei Starkregen, der durch den Klimawandel häufiger wird.

Rodungen gefährden Täler

Die Studie macht deutlich: Nicht nur Naturgewalten entscheiden über Leben und Tod, sondern auch der Umgang des Menschen mit der Umwelt. Wer Hänge rodet oder verbaut, erhöht die Gefahr oft unbewusst. Die wichtigste Lehre aus der Studie: Weniger Eingriffe in die Natur können Leben retten - auch in Österreich.

{title && {title} } bw, {title && {title} } 09.04.2026, 06:45
Jetzt E-Paper lesen