Auch wenn die Temperaturen gerade wieder etwas tiefer sind, hat die Zeckensaison schon gestartet. Denn die Winter werden aufgrund der Klimaerwärmung milder – das holt die Blutsauger auch schon im März aus ihrer Winterstarre. Damit steigt das Risiko, an Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) zu erkranken. In den letzten Jahren hat sich der Start der FSME-Saison immer weiter nach vorn verschoben, mittlerweile gibt es schon im März und April die ersten Fälle. Viele gehen davon aus, dass Zecken in Innenräumen schnell absterben. Doch genau das stimmt offenbar nicht.
Eine neue Studie zeigt: Die kleinen Blutsauger können auch in Wohnungen deutlich länger überleben als bisher angenommen. Forscher der Ohio State University (USA) haben untersucht, wie lange Zecken auf typischen Bodenbelägen in Innenräumen überleben.
Im Fokus standen zwei Zeckenarten, die Krankheiten übertragen können: die Lone-Star-Zecke und die Golfküsten-Zecke. Die Wissenschaftler setzten die Tiere auf verschiedene Oberflächen – darunter Fliesen, Holz, Vinyl sowie kurz- und langflorige Teppiche. Insgesamt wurden mehr als 4.600 Beobachtungen durchgeführt.
Dabei zeigte sich: Die Golfküsten-Zecke überlebt im Schnitt länger – etwa 18 Tage, in manchen Fällen sogar bis zu 25 Tage auf Vinylboden. Die Lone-Star-Zecke hielt sich im Durchschnitt rund 11 Tage, zeigte aber auf langflorigem Teppich ihre größte Ausdauer mit fast 15 Tagen.
"Zecken sterben in Wohnungen nicht sofort", erklärt Studienleiterin Risa Pesapane. "Wie lange sie überleben, hängt stark von den Bedingungen ab – aber mindestens eine Woche ist realistisch, oft deutlich länger."
Besonders brisant: Auch wenn die untersuchten Arten in Europa nicht heimisch sind, lassen sich die Ergebnisse auf hiesige Zecken übertragen. In Österreich und Deutschland ist vor allem der Gemeine Holzbock verbreitet – und auch dieser kann über Kleidung oder Haustiere in die Wohnung gelangen. Bei günstiger Luftfeuchtigkeit können die Tiere dort ebenfalls mehrere Tage bis Wochen überleben.
Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) beginnt oft mit grippeähnlichen Beschwerden wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen. In schweren Fällen kann es zu neurologischen Komplikationen kommen. Für einen vollständigen Schutz brauchst du eine Grundimmunisierung mit drei Impfungen. Damit der Schutz lange anhält, sind regelmäßige Auffrischungen wichtig.
Die erste Auffrischung erfolgt drei Jahre nach der Grundimmunisierung, dann:
● unter 60 Jahren: alle fünf Jahre
● ab 60 Jahren: alle drei Jahre
Obwohl in Österreich rund 85 Prozent grundsätzlich geimpft sind, ist nur etwa die Hälfte davon wirklich nach dem empfohlenen Schema geschützt.