Tierschutzorganisation warnt

"Nur kurz einkaufen" – warum das Hunde töten kann

Bei sommerlichen Temperaturen über 20 Grad wird das Auto zur Gefahr. Tierschützer warnen vor fatalen Fehlern bei Hitze und geben Tipps.
Heute Tierisch
27.05.2026, 12:56
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Die Temperaturen steigen wieder – und mit ihnen das Risiko für Hunde, die im Auto zurückgelassen werden. Die Tierschutzorganisation Vier Pfoten warnt eindringlich davor, Vierbeiner auch nur für kurze Zeit im Fahrzeug warten zu lassen. Was für viele Hundehalter wie ein schneller Zwischenstopp beim Einkaufen wirkt, kann binnen Minuten lebensbedrohlich werden.

Denn Autos heizen sich selbst bei moderaten Außentemperaturen rasch auf. Bereits bei 20 Grad Celsius kann die Temperatur im Wageninneren innerhalb einer halben Stunde auf rund 36 Grad steigen. Bei sommerlichen 28 Grad werden im Innenraum rasch mehr als 40 Grad erreicht – Werte, die für Hunde gefährlich sind.

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Wenn Hecheln nicht mehr reicht

"Nach wenigen Minuten kann das Auto für Hunde zur Gefahr werden", warnt Julia Eppinger, Heimtierexpertin bei Vier Pfoten. Hunde regulieren ihre Körpertemperatur vor allem über das Hecheln. Doch ab Temperaturen von rund 28 Grad stoßen viele Tiere an ihre Grenzen.

Hunde sterben in heißen Autos.
© FOUR PAWS

Besonders kritisch: Die normale Körpertemperatur von Hunden liegt bereits bei etwa 38 Grad. Wird der Innenraum eines Autos deutlich heißer, droht ein Hitzschlag. Im schlimmsten Fall kann es zu Organversagen kommen.

Entgegen verbreiteter Annahmen helfen weder ein Parkplatz im Schatten noch ein leicht geöffnetes Fenster zuverlässig gegen einen Hitzestau. Die Temperatur im Auto steigt dennoch gefährlich an.

Hund im überhitzten Auto: Was erlaubt ist

Wer einen Hund in einem offensichtlich überhitzten Fahrzeug entdeckt, sollte rasch handeln. Zunächst empfiehlt es sich, nach den Besitzern Ausschau zu halten oder Polizei beziehungsweise Feuerwehr zu verständigen.

Zeigt das Tier jedoch bereits deutliche Warnzeichen wie extremes Hecheln, Zittern oder drohende Bewusstlosigkeit, zählt jede Minute. In akuter Lebensgefahr kann auch das Einschlagen einer Autoscheibe gerechtfertigt sein – idealerweise dokumentiert man die Situation zuvor mit Fotos oder Videos und zieht Zeugen hinzu.

Nach der Befreiung sollte der Hund in den Schatten gebracht, vorsichtig gekühlt und gegebenenfalls tierärztlich versorgt werden.

Nicht nur Autos werden zur Gefahr

Die Sommerhitze birgt für Hunde weitere Risiken. Asphalt kann sich selbst an vergleichsweise milden Tagen massiv aufheizen und schmerzhafte Verbrennungen an den Pfoten verursachen. Ein einfacher Test: Lässt sich die flache Hand nur wenige Sekunden auf den Boden legen, ist der Untergrund für Hunde meist zu heiß.

Längere Spaziergänge sollten daher möglichst in die frühen Morgen- oder Abendstunden verlegt werden. Schattenreiche Wege oder Waldstücke sind an heißen Tagen die bessere Wahl.

Kurznasige Rassen besonders gefährdet

Besonders anfällig für Hitze sind kurznasige Hunderassen wie Möpse oder Französische Bulldoggen. Aufgrund ihrer Anatomie können sie Wärme schlechter abgeben und geraten schneller in Atemnot.

Frisches Wasser, kühle Rückzugsorte und – bei hitzeempfindlichen Tieren – Kühlmatten oder Kühlwesten können helfen, heiße Tage besser zu überstehen. Eines aber gilt laut Tierschützern ohne Ausnahme: Hunde haben bei Sommerhitze nichts allein im Auto verloren.

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