Tierische Verwechslungsgefahr

Diese Katzenbabys darfst du im Wald niemals einsammeln

Warum Spaziergänger bei vermeintlich ausgesetzten Katzenbabys im Wald vorsichtig sein sollten.
Heute Tierisch
26.05.2026, 16:06
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Im Frühling häufen sich in ganz Österreich wieder die Fälle von ausgesetzten Katzenbabys. Doch wer im Wald vermeintliche Jungtiere findet, sollte lieber zwei- oder dreimal hinschauen: Bei den kleinen Kätzchen kann sich statt um Hauskatzen auch um Jungtiere der Europäischen Wildkatze handeln – einer streng geschützten Wildtierart, die in Mitteleuropa wieder auf dem Vormarsch ist.

Die Rückkehr einer scheuen Jägerin

Lange galt die Europäische Wildkatze in vielen Regionen als verschwunden. Inzwischen breitet sie sich wieder aus, auch in Mitteleuropa. Besonders in waldreichen Gebieten findet sie geeignete Rückzugsräume. Schätzungen zufolge leben mehrere tausend Tiere in Mitteleuropa, bevorzugt in Laub- und Mischwäldern. Sie gilt auch in fast ganz Österreich wieder als heimisch.

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Im Frühjahr bringt die Wildkatze ihre Jungen zur Welt – gut versteckt im hohen Gras, unter Wurzeln oder in dichtem Unterholz. Während die Mutter auf Nahrungssuche geht, bleiben die Jungtiere oft stundenlang allein zurück. Für Spaziergänger wirkt das rasch wie ein Notfall. Tatsächlich ist die Mutter in den meisten Fällen in der Nähe und kehrt später zurück.

Warum "Retten" gefährlich werden kann

Wer ein Wildkatzenbaby einsammelt, richtet oft ungewollt Schaden an. Einmal aus seinem Versteck geholt, lässt sich das Tier nicht einfach wieder auswildern. Die Jungtiere müssen meist in spezialisierten Auffangstationen versorgt und später behutsam an die Freiheit gewöhnt werden.

Das bedeutet erheblichen Stress – und birgt gesundheitliche Risiken. Wird eine Wildkatze irrtümlich wie eine Hauskatze behandelt, drohen falsche Ernährung oder gefährliche Infektionen durch Hauskatzenkrankheiten. Im schlimmsten Fall können die Tiere daran sterben.

Naturschutzorganisationen warnen deshalb eindringlich davor, graugetigerte Katzenbabys im Wald vorschnell mitzunehmen.

Wildkatze oder Hauskatze?

Die Verwechslungsgefahr ist groß – selbst Fachleute müssen oft genau hinsehen. Erwachsene Wildkatzen wirken kräftiger gebaut als Hauskatzen, ihr Fell erscheint eher verwaschen grau-braun statt kontrastreich gemustert.

Auffällig ist vor allem der buschige Schwanz: Er trägt dunkle Ringe und endet stumpf mit einer schwarzen Spitze. Auch der Kopf wirkt breiter, die Schnauze kräftiger, die Ohren durch das längere Fell kleiner.

Bei Jungtieren sind diese Unterschiede allerdings oft noch kaum erkennbar. Ein wichtiger Hinweis bleibt deshalb ihr Verhalten: Wildkatzen gelten als extrem scheu und meiden Menschen konsequent.

Kätzchen gefunden? Was jetzt zu tun ist

Wer im Wald ein Katzenbaby entdeckt, sollte nicht sofort eingreifen. Experten raten dazu, den Fundort zu markieren und zunächst abzuwarten. Nach sechs bis zwölf Stunden sollte kontrolliert werden, ob die Mutter zurückgekehrt ist.

Erst wenn klar ist, dass das Jungtier tatsächlich verlassen oder verletzt ist, sollte eine Wildtierauffangstation oder die zuständige Wildtierkoordination informiert werden. Tierheime oder Katzenhilfen sind in solchen Fällen oft nicht die richtige Adresse, da dort das Risiko von Ansteckungen mit Krankheiten von Hauskatzen hoch ist.

Bei verletzten Tieren gilt: nicht selbst handeln. Wildkatzen sind Wildtiere – auch Jungtiere können sich wehren. Die Bergung sollte Fachleuten überlassen werden.

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