Er liebt Tiere – doch gerade deshalb fällt sein Urteil deutlich aus. Der britische Tierarzt und TikTok-Creator "Ben the Vet" sorgt mit einem Video für Diskussionen: Darin zählt er fünf Hunderassen auf, die er sich persönlich niemals anschaffen würde. Der Grund ist keine Abneigung gegen die Tiere, sondern die Erfahrungen aus dem Praxisalltag.
Wer Hunde nur als treue Begleiter kennt, sieht oft niedliche Fellnasen und familienfreundliche Charaktere. Wer hingegen täglich kranke Tiere behandelt, blickt auf eine andere Realität: chronische Schmerzen, komplizierte Operationen und genetisch bedingtes Leid. Genau darauf will der Veterinär aufmerksam machen.
Den Anfang auf der Liste macht der Dackel. Die Rasse zählt seit Jahren zu den beliebtesten Familienhunden, gilt als loyal und charakterstark. Gleichzeitig bringt der langgezogene Körper ein erhebliches Gesundheitsrisiko mit sich.
Laut "Ben the Vet" erleidet etwa jeder vierte Dackel im Laufe seines Lebens einen Bandscheibenvorfall. Nicht selten würde das mit Lähmungen oder kostspieligen Rückenoperationen enden. Gerade für unerfahrene Hundehalter könne das eine enorme Belastung sein.
Auch sogenannte Teacup- oder Micro-Hunderassen sieht der Tierarzt kritisch. Besonders extrem klein gezüchtete Chihuahuas oder Yorkshire Terrier würden häufig unter gravierenden Gesundheitsproblemen leiden.
Viele Tiere seien so zerbrechlich, dass schon kleinere Stürze zu Knochenbrüchen führen könnten. Dazu kommen Risiken wie Unterzuckerung, Herzprobleme oder neurologische Erkrankungen. Selbst das oft belächelte "Hüpfen" kleiner Hunde könne ein Hinweis auf gesundheitliche Beschwerden sein.
Auf den ersten Blick wirkt der Shar-Pei mit seinen markanten Hautfalten außergewöhnlich und charmant. Doch genau diese äußerlichen Merkmale sorgen laut Tierärzten häufig für Probleme.
Bei manchen Tieren legen sich die Hautfalten so stark über die Augen, dass bereits Welpen operiert werden müssen. In schweren Fällen seien mehrere Eingriffe nötig, um Schmerzen und dauerhafte Schäden zu verhindern.
Kaum eine Hunderasse erlebt seit Jahren einen solchen Boom wie die Französische Bulldogge. Sie gilt als freundlich, unkompliziert und ideal für Wohnungen. Doch hinter der niedlichen Erscheinung stecke oft großes Leid, warnt "Ben the Vet".
Das typische Schnarchen vieler Tiere sei keineswegs harmlos, sondern häufig ein Zeichen schwerer Atemprobleme. Zahlreiche Französische Bulldoggen benötigen Operationen, um überhaupt ausreichend Luft zu bekommen. Hinzu kommen Bandscheibenvorfälle, Hauterkrankungen, Hitzeschläge und Schlafprobleme.
Für den Tierarzt zählt die Rasse deshalb zu den problematischsten überhaupt. Die gesundheitlichen Einschränkungen würden nicht nur die Tiere belasten, sondern oft auch ihre Besitzer emotional und finanziell an Grenzen bringen.
Als liebevoller Familienhund genießt der Cavalier King Charles Spaniel einen ausgezeichneten Ruf. Doch auch hier sieht der Veterinär erhebliche gesundheitliche Risiken.
Viele Tiere leiden an Syringomyelie, einer schmerzhaften Erkrankung des Rückenmarks. Besonders problematisch sei zudem eine Herzkrankheit: Fast alle Cavalier King Charles Spaniels entwickeln im Laufe ihres Lebens eine Mitralklappeninsuffizienz. Für viele Hunde endet die Erkrankung tödlich.
Die Botschaft des britischen Tierarztes ist klar: Wer sich einen Hund anschaffen möchte, sollte nicht allein nach Optik oder Trends entscheiden. Entscheidend seien Gesundheit, Zuchtbedingungen und die langfristige Lebensqualität des Tieres.
Denn hinter manchen besonders niedlichen oder beliebten Hunderassen stecke eine Zuchtgeschichte, die den Preis am Ende oft die Tiere zahlen lässt.