Vergangenen Samstag entdeckte ein Läufer auf seiner Strecke im Bereich des Schöcklbachs in Weinitzen (Stmk.) eine ziemlich große Schlange und machte davon schnell ein Foto, bevor das Reptil wieder im Gebüsch verschwand. Zu Hause angekommen, wurde das Bild an den steirischen "Snake Catcher" und Obmann des steirischen Reptilien- und Amphibienvereins gesendet. "Heute"-Tierisch waren gestern noch mit Werner Stangl im Gespräch:
Heute-Tierisch: Lieber Herr Stangl, wie sicher handelt es sich um einen Königspython? Könnte es nicht auch eine Giftschlange sein?
Werner Stangl: Eine Giftschlange ist definitiv auszuschließen, und durch die Musterung am Rücken waren sich meine Kollegen und ich schnell einig, dass es wohl ein Königspython sein wird. Ich betone aber erneut: Es ist auf gar keinen Fall eine Giftschlange.
Wie groß schätzen Sie die Wahrscheinlichkeit ein, dass man die Schlange findet?
Das ist Kaffeesud-Leserei, denn theoretisch kann man sie auch niemals finden. Gut getarnt im Wald findet sie genügend Verstecke.
Sucht man hier auf dem Boden oder auch auf Bäumen? Kann ein Königspython so gut schwimmen wie eine Anakonda?
Pythons klettern nicht auf Bäume, also sucht man ausschließlich am Boden nach der Schlange. Schwimmen kann sie zwar gut, aber sie jagt nicht im Wasser wie eine Anakonda.
Würde ein Python bis zum Winter überleben können?
Ja. Bis in den Herbst hat der Python gute Chancen, bei uns zu überleben. In ihrer ursprünglichen Heimat, West- und Zentralafrika, kommt es auch in der Nacht zu großen Temperaturabfällen, weshalb sie bei uns bis zum Winter bestimmt gut zurechtkommt. Auch Trockenheit hält sie aus und würde sich dann wahrscheinlich im Untergrund und an Bachbetten aufhalten.
Ab welchen Temperaturen wird es für das Reptil richtig kritisch?
Hier kann ich keine seriöse Angabe machen, da es natürlich auch darauf ankommt, in welchem Umfeld sie sich aufhält. Aber unsere Winter überlebt sie keinesfalls.
Da wir immer wieder auch über ausgebüxte Reptilien schreiben müssen, oder viele sogar ausgesetzt werden, weil das Terrarium plötzlich zu klein und zu teuer wird – Welche Maßnahmen sollten hier gesetzlich bestimmt werden? Chippflicht, etc.?
Wir fordern schon länger bessere Maßnahmen zur Zuordnung, aber wenn Menschen einen Weg herum finden wollen, finden sie den auch. Ein Königspython unterliegt wie viele andere Reptilien der Meldepflicht, aber wenn jemand einfach nicht meldet ...? Ein Chip wäre aber ohnehin nur bei Riesenschlangen möglich, da kleinere Exemplare viel zu dünn sind.