Der Buckelwal, der wochenlang vor der deutschen Küste lag und dann tot vor Dänemark angetrieben wurde, gibt Forschern weitere Rätsel auf. Bisher ging man davon aus, dass es sich um ein junges männliches Tier handelt. Doch nun mehren sich die Hinweise, dass diese Annahme falsch war.
Der Walforscher Fabian Ritter ist sich sicher: Es handelt sich bei "Timmy" um ein Weibchen. Auf Fotos des toten Tieres seien neben der Genitalspalte deutlich sogenannte Milchdrüsenspalten zu erkennen.
Die gesamte Tragödie um den Buckelwal wurde medial begleitet:
"Darin verborgen liegen die Zitzen, durch die die Muttermilch direkt ins Maul der jungen Wale gespritzt wird", erklärte der Experte gegenüber der "Bild"-Zeitung. Bei toten männlichen Tieren trete normalerweise der Penis deutlich hervor – bei "Timmy" aber nicht.
Der Meeresbiologe interpretiert auch die Laute des Wals im Nachhinein anders. Männliche Wale singen demnach, wenn sie um ein Weibchen werben. Was von "Timmy" zu hören war, sei aber kein Gesang gewesen, sondern "wahrscheinlich Klagerufe". Die dänischen Behörden wollen den Kadaver des Buckelwals vor der Insel Anholt in der kommenden Woche entfernen. Eine Obduktion soll dann auch das Geschlecht zweifelsfrei klären.
Das mehrfach an Ostseeküsten gestrandete Tier war vor mehr als zwei Wochen von einer privaten Initiative zur Nordsee transportiert worden. Kurz darauf wurde der Wal tot vor der dänischen Insel angeschwemmt. Seine Identität wurde anhand eines Trackers zweifelsfrei bestätigt.