Mit ihrem ruhigen Wesen, großem Appetit auf Bambus und neugierigen Blicken begeistern die beiden Großen Pandas seit mittlerweile einem Jahr die Besucher im Tiergarten Schönbrunn. Die gefährdeten Tiere haben sich längst eingelebt und sind aus dem Zoo nicht mehr wegzudenken.
„Das Panda-Paar hat sich hervorragend an die neue Umgebung angepasst. Besonders schön ist zu sehen, wie gut die beiden Tiere die erweiterte und modernisierte Anlage angenommen haben und wie ungebrochen die Begeisterung unserer Gäste ist“Stephan Hering-HagenbeckTiergartendirektor
Große Pandas spielen auch für den internationalen Artenschutz eine wichtige Rolle. Im Rahmen der langjährigen Zusammenarbeit mit der China Wildlife Conservation Association konnten in China zahlreiche Schutzgebiete geschaffen und erweitert werden. Dadurch wird nicht nur der Lebensraum der Pandas geschützt, sondern auch jener vieler anderer bedrohter Tierarten, die dieselben Regionen bewohnen. Aufgrund dieser wichtigen Funktion werden Große Pandas auch als sogenannte "Schirmarten" bezeichnet.
Seit 2003 betreut Tierpflegerin Mag. Renate Haider die Großen Pandas in Schönbrunn. Sich auf ein neues Panda-Paar einzustellen, war auch für die erfahrene Tierpflegerin eine spannende Herausforderung.
„Die beiden sind noch jung und sehr verspielt. Es macht große Freude, sie in ihrer Entwicklung zu begleiten. Man lernt ihre Eigenheiten jeden Tag besser kennen“
Jeder Große Panda habe seinen ganz eigenen Charakter. Während das Männchen als neugieriger "Draufgänger" ständig alles genau erkunden müsse, sei das Weibchen bei unbekannten Situationen eher vorsichtig, "aber mit ebenso viel Tatendrang". Das Weibchen klettert besonders gerne und watet an heißen Tagen durchs Wasser – dazu hat es im neu dazu gekommenen Bereich der Außenanlage nun noch mehr Möglichkeiten. "Ihre jugendliche Energie zu beobachten, macht die Arbeit mit den beiden besonders spannend", erzählt Haider.
Auch beim medizinischen Training wurden bereits große Fortschritte erzielt. Die beiden Pandas haben gelernt, ihre Pfoten für Blutabnahmen auf einen speziellen Griff zu legen oder gezielt bestimmte Positionen für Untersuchungen einzunehmen. Das erleichtert die tiermedizinische Betreuung und stärkt das Vertrauen zwischen Tier und Tierpflegeteam, da Abläufe für die Tiere einschätzbar werden und zusätzliche Leckerbissen erarbeitet werden können.
Erfreulich verlief auch die diesjährige Paarungszeit im Frühjahr. Panda-Weibchen sind nur zwei bis drei Tage im Jahr empfängnisbereit. "Die beiden haben die typischen Verhaltensweisen deutlich gezeigt. Sie waren aktiver, kommunizierten vermehrt über Duftmarken, aber auch mittels spezifischer Laute und hatten deutlich mehr Interesse aneinander", erklärt Kuratorin Dr. Eveline Dungl. Wie beim ersten Panda-Paar in diesem Alter kam es bereits zu ersten Annäherungen und noch sehr verspielten Paarungsversuchen. "Es ist erfreulich, dass die beiden gut harmonieren", so Dungl.