Was der Bauer nicht kennt, klickt er nicht – sollte man meinen. Doch der Kärntner Landwirt Dietmar R. (66) tappte dennoch fiesen Betrügern in die Online-Falle und verlor so mehr als 70.000 Euro. Besonders bitter: Das Geld stammte von einem Gemeinschaftskonto seiner kleinen Nahwärmegenossenschaft, für die er als Kassiert tätig ist.
Dem 66-jährigen Landwirt war beim Suchen nach einer Betriebsanleitung am 8. Dezember des Vorjahres eine plötzliche Warnmeldung am Bildschirm aufgeploppt: "Sicherheitswarnung – ihr Computer wurde gesperrt". Darunter stand eine vermeintliche Telefonhotline. "Ich habe mir gedacht, eine Wiener Nummer ist vertrauenswürdig", schildert der Kärntner, wie er arglos anrief – und das Unheil seinen Lauf nahm.
Der 66-Jährige wurde mit einer vermeintlichen IT-Technikerin, die sich als "Maria Schmidt" von Microsoft vorstellte, verbunden. Per Fernwartungsprogramm bekam sie Zugriff auf R.s Rechner und erklärte, er solle nun sein Bankkonto überprüfen. Was Herr R. nicht ahnte: Dadurch verschafften sich Betrüger vollen Zugriff auf sein Online-Banking-System.
Innerhalb kürzester Zeit wurde das Konto komplett leergeräumt – das hart erarbeitete Geld von 15 Bauern ist nun futsch. Ob das Sicherheitssystem der Bank die ungewöhnlichen Abbuchungen erkennen und stoppen hätte können und wer für den Schaden haftet – das wird heute um 21.15 Uhr auf ORF 2 in "Akte Betrug" und am Samstag sogar beim Bürgeranwalt behandelt.