Es klingt wie aus einem Horrorfilm: Auf der Insel Borneo haben Wissenschaftler einen Pilz entdeckt, der sich von anderen Parasiten ernährt – einen sogenannten Hyperparasiten.
Der neu entdeckte Pilz mit dem Namen Pleurocordyceps cornusynnemata befällt Ameisen, die bereits von einem sogenannten Zombiepilz befallen sind.
Wie spiegel.de unter Berufung auf die Deutsche Presseagentur berichtet, wurde der Fund vom Institut für Tropenbiologie und Naturschutz der Universität Malaysia Sabah bestätigt. Die Ergebnisse wurden im Fachblatt "Phytotaxa" veröffentlicht.
Der ursprüngliche Parasit – ein Pilz der Gattung Ophiocordyceps – ist auch als "Zombiepilz" bekannt. Er manipuliert das Nervensystem befallener Ameisen, steuert deren Verhalten, frisst sie von innen auf und bricht schließlich aus dem Kadaver hervor.
"Der Parasit gehört der Gattung Pleurocordyceps an und ist ein spezialisierter Hyperparasit", erklärte der stellvertretende Institutsleiter Jaya Seelan Sathiya Seelan.
Das Besondere am neu entdeckten Pilz: Er ernährt sich nicht von der Ameise selbst, sondern direkt vom Gewebe des Zombiepilzes im Insekt. Damit ist er ein "Parasit des Parasiten".
Gefunden wurde der Pilz, der nach seiner hornförmigen Struktur benannt wurde, im abgelegenen Danum-Tal im Bundesstaat Sabah im malaysischen Teil von Borneo.
Bei ihren Expeditionen entdeckten die Biologen außerdem einen weiteren Pilz, der Spinnen tötet. Die Wissenschaftler sehen in solchen Parasiten großes Potenzial – etwa für Anwendungen bei Medikamenten oder in der Landwirtschaft.