Kaum sitzt sie regungslos in der Zimmerecke, bekommen viele schon eine Gänsehaut. Lange dünne Beine, ein unordentliches Netz und dieses plötzliche Zittern, sobald man ihr zu nahe kommt: Die Zitterspinne gehört für viele nicht gerade zu den beliebtesten Mitbewohnern. Dabei ist ausgerechnet dieser Achtbeiner deutlich nützlicher, als viele glauben. Wer die Spinne sofort tötet, entfernt nämlich oft einen der effektivsten Schädlingsjäger im Haushalt.
Die sogenannte große Zitterspinne lebt fast ausschließlich in Gebäuden und taucht deshalb besonders häufig in Wohnungen, Kellern oder Garagen auf. Viele verwechseln sie mit dem Weberknecht. Tatsächlich unterscheiden sich die beiden Tiere aber deutlich.
Während Weberknechte keine Netze bauen und meist draußen leben, spinnt die Zitterspinne große, lockere Netze in Raumecken. Typisch sind außerdem ihre extrem langen, dünnen Beine und der kleine graubraune Körper.
Woher kommt der Name "Zitterspinne"?
Wer die Zitterspinne stört oder ihr Netz berührt, erlebt oft ein seltsames Schauspiel: Die Spinne beginnt plötzlich heftig zu zittern. Dabei bewegt sie blitzschnell ihren gesamten Körper samt Netz. Genau dieses Verhalten gab der Spinne ihren Namen. Der Trick dient übrigens dem Schutz: Durch das starke Zittern verschwimmt die Spinne für mögliche Angreifer optisch und wird schwerer erkennbar.
So unheimlich sie auf manche wirken mag – im Haushalt übernimmt die Zitterspinne eine überraschend praktische Aufgabe. Sie frisst nämlich genau jene Tiere, die viele Menschen noch deutlich störender finden: Mücken, Fliegen, Motten, kleine Wanzen oder andere Insekten landen regelmäßig in ihren Netzen.
Gerade im Sommer kann das ein echter Vorteil sein. Während wir nachts von surrenden Mücken genervt werden, arbeitet die Zitterspinne oft längst als heimlicher Schädlingsfänger.
Die Zitterspinne macht nicht einmal vor anderen Spinnen Halt. Tatsächlich gilt sie als geschickte Jägerin und überwältigt sogar größere Arten. Möglich macht das ihr Netz und ihre enorme Schnelligkeit. Hat sich ein Tier erst einmal verfangen, wird es blitzartig eingesponnen. Für Menschen ist die Zitterspinne allerdings völlig ungefährlich.
Trotz ihres gruseligen Aussehens müssen sich Menschen vor Zitterspinnen nicht fürchten: Sie gelten weder als gefährlich noch als giftig. Auch wenn die Weibchen ihre Eier gut sichtbar in kleinen Kokons tragen und dadurch manchmal besonders abschreckend wirken, besteht keinerlei Gefahr. Die Spinnen greifen Menschen nicht an und wollen vor allem eines: in Ruhe gelassen werden.
Wer trotz allem keine Spinnen in der Wohnung haben möchte, muss sie nicht töten. Experten empfehlen stattdessen sanfte Methoden: Spinnen mögen starke Gerüche wie Lavendel oder Zitrone oft nicht besonders gerne. Auch regelmäßiges Entfernen alter Netze kann helfen, damit sich die Tiere gar nicht erst dauerhaft niederlassen.
Trotzdem lohnt es sich manchmal, die Zitterspinne einfach sitzen zu lassen. Denn hinter dem zitternden Achtbeiner steckt oft ein ziemlich praktischer Mitbewohner.