Grüne Energie aus dem Meer

Unterwasser-Windrad versorgt 15.000 Haushalte

Vor der Normandie-Küste entsteht das größte Gezeitenkraftwerk der Welt. Ab 2028 sollen vier Turbinen 15.000 Haushalte versorgen.
Technik Heute
08.04.2026, 11:07
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Frankreich setzt auf eine bahnbrechende Technologie zur Energiegewinnung. Das Startup "Normandie Hydrolien" baut vor der Küste der Normandie vier Unterwasser-Turbinen, die durch Gezeitenströmungen bis zu 12 Megawatt Leistung erzeugen sollen.

Das Prinzip funktioniert ähnlich wie bei einem Windrad - nur drehen sich die Rotoren nicht im Wind, sondern im Meer. Der große Vorteil: Wasser ist rund 800-mal dichter als Luft. Dadurch können die Turbinen schon bei moderaten Strömungen ordentlich Energie erzeugen.

Wie focus.de berichtet, arbeitet die Anlage am Meeresboden nahezu lautlos und unsichtbar. Die Gezeiten folgen dem Mond und nicht dem Wetter, was eine konstante und gut planbare Stromerzeugung ermöglicht.

Ausbau bis 2042 geplant

Das aktuelle Projekt NH1 ist erst der Anfang. Bis 2042 soll die Kapazität auf 2,5 Gigawatt ausgebaut werden - genug Strom für bis zu drei Millionen Menschen. Das wäre ein gewaltiger Sprung, denn bisher liegt das weltweit installierte Gezeitenstrom-Potenzial bei nur rund 500 Megawatt.

Die Turbinen sind für 25 Jahre Betriebsdauer ausgelegt und müssen nur etwa alle sechs Jahre gewartet werden. Zudem bestehen sie zu 98 Prozent aus recycelbaren Materialien.

Umweltauswirkungen werden geprüft

Beobachtungen aus bisherigen Testfeldern zeigen, dass Seehunde die Bereiche rund um die Turbinen meiden. Mögliche Auswirkungen auf Strömungen und Sedimenttransport werden noch untersucht. Nicht jede Küste eignet sich für diese Technologie - es braucht die passenden Gezeitenbedingungen.

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