Was zunächst wie eine heftige Grippe wirkte, endete beinahe tödlich: Eine 65-jährige Weinviertlerin musste mit schweren Symptomen ins Spital eingeliefert werden. Dort stellten Ärzte schließlich die Diagnose Legionärskrankheit – ausgelöst durch gefährliche Legionellen-Bakterien.
Der Zustand der Pensionistin verschlechterte sich laut "Krone" dramatisch. Wochenlang kämpften die Mediziner um ihr Leben, die Frau musste sogar in künstlichen Tiefschlaf versetzt werden. Weil die Erkrankung meldepflichtig ist, wurde der Fall sofort an die Gesundheitsbehörde weitergegeben.
Die Ermittlungen führten rasch zur Ursache: In der Wohnanlage der Frau wurden Legionellen im Trinkwasser entdeckt. Die Bakterien verbreiten sich über feine Wassertröpfchen – etwa beim Duschen. Gefährlich wird es dann, wenn das belastete Wasser-Luftgemisch eingeatmet wird.
Christian Fleischer vom Kompetenzzentrum für Hygiene in Stratzdorf, Bezirk Krems, erhebt schwere Vorwürfe: "Hätte der Eigentümer beziehungsweise die Hausverwaltung die gesetzlich vorgeschriebenen jährlichen Überprüfungen penibler durchgeführt, wäre dieser tragische Krankheitsfall im Weinviertel mit großer Wahrscheinlichkeit zu verhindern gewesen."
Die Legionärskrankheit (Legionellose) ist eine schwere, oft tödlich verlaufende Lungenentzündung. Sie betrifft hauptsächlich Erwachsene. Verursacht wird die Legionärskrankheit durch Bakterien (Legionellen). Die Inkubationszeit beträgt 2 bis 10 Tage. – AGES
Die Gefahr werde oft unterschätzt. Laut Experten sterben europaweit jedes Jahr mehr als 30.000 Menschen an den Folgen von Legionellen, Tausende weitere erkranken schwer. Auch in Österreich gibt es jährlich Hunderte Todesfälle, viele Erkrankungen würden gar nicht erkannt.
Fachleute fordern deshalb strengere Kontrollen bei Wohnanlagen, Hotels, Pflegeheimen und größeren Gebäuden. Denn sauberes Wasser könne letztlich über Leben und Tod entscheiden.