Frisch geduscht, das weiche Handtuch in der Hand – für viele gehört dieses Gefühl zum perfekten Start in den Tag. Doch kaum ist es benutzt, landet es wenig später in der Wäsche. Und genau hier stellt sich eine Frage, die viele beschäftigt: Wie heiß müssen Handtücher eigentlich gewaschen werden, damit sie wirklich sauber sind?
Hartnäckig hält sich die Meinung, dass Handtücher nur bei 60 oder sogar 90 Grad hygienisch sauber werden, doch in den meisten Fällen ist das schlicht nicht nötig: Moderne Waschmittel und Maschinen schaffen es problemlos, alltäglichen Schmutz schon bei 30 oder 40 Grad zu entfernen.
Dazu zählen etwa Rückstände von Sonnencreme, Hautschuppen oder Schweiß – also genau das, was sich im Alltag in Handtüchern sammelt. Wer also einfach nur frische, normal benutzte Handtücher waschen möchte, kann beruhigt auf niedrigere Temperaturen setzen und dabei auch Energie und Geld sparen.
Noch überraschender: Selbst hohe Temperaturen sind keine Garantie für absolute Keimfreiheit. Studien zeigen, dass sich Bakterien in der Waschmaschine verstecken können – etwa in der Gummidichtung oder im Waschmittelfach.
Beim letzten Spülgang, der meist mit kühlerem Wasser erfolgt, können diese Keime wieder auf die Wäsche gelangen. Heiß waschen allein reicht also nicht aus, um alle Bakterien zu entfernen.
Trotzdem gibt es Situationen, in denen 60 Grad oder mehr sinnvoll sind: "60 Grad empfehlen sich bei erhöhtem Hygieneanspruch, etwa bei Krankheit oder starkem Schwitzen", erklärt Experte Daniel Vila von V-Zug gegenüber "20 Minuten". War jemand im Haushalt krank oder gibt es offene Wunden, sollte man auf Nummer sicher gehen und heißer waschen. Das gilt auch für Bettwäsche – vor allem bei Allergien.
Auch Reinigungstextilien wie Putzlappen, Schwämme oder Wischmopps gehören zu dieser Kategorie. Sie kommen mit besonders vielen Keimen in Kontakt und sollten daher regelmäßig bei höheren Temperaturen gewaschen werden.
Mindestens genauso entscheidend wie die Waschtemperatur ist das Trocknen: Bleibt die Wäsche zu lange feucht oder wird sie halb nass zusammengelegt, entstehen schnell unangenehme Gerüche.
Diese sind ein klares Zeichen für Bakterienwachstum. Deshalb gilt: Handtücher nach dem Waschen immer vollständig trocknen lassen – idealerweise an der frischen Luft oder im Trockner.
Ein häufiger Fehler: Weichspüler bei Handtüchern. Er sorgt zwar für ein angenehmes Gefühl, hat aber Nachteile. Die Fasern verlieren an Saugfähigkeit, nutzen sich schneller ab und können sogar leichter entflammbar werden. Wer auf den Wäschetrockner setzt, bekommt auch ohne Weichspüler flauschige Tücher.