Juckreiz, Niesen & Co

5 Mythen über Pollenallergie, die du vergessen kannst

Die Pollensaison startet immer früher – und mit ihr kursieren jedes Jahr die gleichen Irrtümer. Doch was stimmt wirklich?
Heute Life
23.03.2026, 13:31
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben

Die Nase läuft, die Augen jucken, der Kopf ist schwer – die Pollensaison 2026 hat heuer ungewöhnlich früh begonnen. Hasel und Erle waren schneller als sonst, jetzt sind bereits die Birkenpollen in der Luft. Viele Betroffene merken: Es wird jedes Jahr intensiver. Gleichzeitig kursieren rund um Heuschnupfen zahlreiche Halbwahrheiten. Höchste Zeit also, mit den größten Mythen aufzuräumen.

Mythos 1: Niesen & tränende Augen – das ist Heuschnupfen

Das sind zwar die bekanntesten Symptome, aber längst nicht alle: Heuschnupfen kann deutlich mehr Beschwerden verursachen. Viele Betroffene kämpfen zusätzlich mit einer verstopften oder rinnenden Nase, Halsschmerzen oder entzündeten Schleimhäuten. Auch Schlafprobleme, Konzentrationsschwierigkeiten und ständige Müdigkeit sind typisch.

Was viele nicht wissen: Die Allergie kann sich sogar auf andere Bereiche ausweiten. Manche verlieren vorübergehend ihren Geruchs- oder Geschmackssinn, andere hören schlechter. Wer unter Neurodermitis leidet, bemerkt in der Pollensaison oft eine Verschlechterung der Haut.

Besonders tückisch sind sogenannte Kreuzallergien: Dabei reagiert der Körper nicht nur auf Pollen, sondern plötzlich auch auf bestimmte Lebensmittel. Ein klassisches Beispiel: Wer auf Birkenpollen allergisch ist, spürt oft auch Beschwerden beim Essen von Äpfeln oder Nüssen.

Mythos 2: Am Land ist es schlimmer als in der Stadt

Auch wenn es am Land mehr Pflanzen gibt, stimmt das so nicht. In Städten kann die Pollenbelastung genauso hoch sein – manchmal sind die Pollen dort durch mehr Feinstaub sogar noch aggressiver. Birkenpollen setzen gemeinsam mit den winzigen Staubteilchen besonders viele Allergene frei. Übrigens: Ab etwa 1.600 Metern Höhe ist die Luft praktisch pollenfrei. Auch am Meer oder an der Küste haben Allergiker meist ihre Ruhe.

Mythos 3: Heuschnupfen ist zwar lästig, aber harmlos

Das wäre schön, stimmt aber leider nicht. Aus Heuschnupfen kann sich ein allergisches Asthma entwickeln – das nennt man dann einen sogenannten "Etagenwechsel". Besonders hoch ist das Risiko, wenn schon Kinder im Vorschulalter betroffen sind. Fachleute raten allen, egal wie alt, eine Pollenallergie frühzeitig und vor allem richtig – also mit Unterstützung von Spezialisten – behandeln zu lassen.

Dazu kommt: Durch den Klimawandel gibt es nicht nur mehr Pollen, sie werden auch aggressiver. Pflanzen bilden bei Hitze genau jene Eiweiße, die Allergien auslösen: Heuschnupfen wird also für viele nicht nur häufiger, sondern auch heftiger.

Mythos 4: Pollenallergie bekommt man nur als Kind

Das stimmt nicht. Zwar tritt die Allergie häufig im Kindes- oder Jugendalter erstmals auf, sie kann aber jederzeit entstehen – auch im Erwachsenenalter.

Viele trifft die Diagnose völlig unerwartet. Ebenso überraschend: In manchen Fällen verschwinden die Symptome plötzlich wieder. Warum das so ist, kann die Medizin bis heute nicht eindeutig erklären.

Mythos 5: Mit Hyposensibilisierung verschwindet die Allergie ganz

Die sogenannte Hyposensibilisierung, auch Desensibilisierung genannt, gilt als eine der wirksamsten Therapien: Dabei wird der Körper über längere Zeit schrittweise an das Allergen gewöhnt.

Das Ziel: Das Immunsystem soll weniger heftig reagieren. Eine vollständige Heilung ist aber nicht garantiert. In vielen Fällen werden die Beschwerden deutlich gelindert, verschwinden aber nicht komplett.

Wichtig ist vor allem der Zeitpunkt: Je früher mit der Therapie begonnen wird, desto besser sind die Erfolgschancen. Außerdem kann sie helfen, schwerere Folgeerkrankungen wie Asthma zu verhindern.

{title && {title} } red, {title && {title} } 23.03.2026, 13:31
Jetzt E-Paper lesen