Vergesslichkeit, Orientierungslosigkeit, Veränderungen im Verhalten – Demenz ist weit mehr als nur ein Nachlassen des Gedächtnisses. In Österreich leben Schätzungen zufolge mehr als 130.000 Menschen mit einer Demenzerkrankung, Tendenz steigend. Die fortschreitende Krankheit führt zu einem kognitiven Verfall des Betroffenen, der sich auf das Gedächtnis, die Sprache und die Selbstständigkeit auswirkt.
Während du vielleicht an typische Symptome wie Gedächtnislücken denkst, gibt es laut Dr. Stephanie Nothelle, Geriaterin und außerordentliche Professorin an der Johns Hopkins School of Medicine in Baltimore, noch weitere Anzeichen, die auf eine mögliche Demenz hindeuten. Dabei handelt es sich jedoch um körperliche Probleme, die du bisher vielleicht nicht mit Demenz in Verbindung gebracht hast.
"Ich stelle fest, dass viele der körperlichen Symptome erst im späteren Verlauf der Demenz auftreten", erklärte Nothelle gegenüber der "Huffington Post". Was jedoch das Gehen und Gleichgewicht halten angeht, ist der Verlust dieser Fähigkeit oft eines der ersten Anzeichen, da es viel kognitive Kontrolle erfordert. Wenn diese Dinge also zu einem Problem werden, könnte dies auf eine Demenz hindeuten, wenn andere Anzeichen hinzukommen.
Auch die grundlegenden motorischen Funktionen können beeinträchtigt sein. Laut Nothelle kann es bei Menschen mit Demenz vorkommen, dass ihnen beim Essen versehentlich etwas "in den falschen Hals gerät", was gefährlich sein kann – beispielsweise in der Lunge. Gelangt Nahrung in die Lunge, kann dies aufgrund der schädlichen Bakterien zu einer sogenannten Aspirationspneumonie führen – also eine durch Einatmen von Fremdmaterial (Nahrung, Magensaft, Speichel) verursachte, oft bakterielle Lungenentzündung. "Deshalb tritt Lungenentzündung im späteren Stadium der Demenz relativ häufig auf", erklärte Nothelle.
Leider kann die Kontrolle über die Körperfunktionen mit fortschreitender Demenz nachlassen. "Inkontinenz kann leider ein Symptom für Demenz sein", sagte Nothelle. Das liegt daran, dass die Nerven, die für die Kontrolle der Blase notwendig sind, mit fortschreitender Demenz degenerieren.
Bei der Lewy-Körper-Demenz treten in der Regel zuerst kognitive Probleme auf, bevor körperliche Veränderungen einsetzen. Sobald diese jedoch deutlich werden, bemerkt man Veränderungen bei der Körperhaltung und einen beginnenden schlurfenden Gang.
Ein weiteres Anzeichen, das meist spezifisch für Lewy-Körper-Demenz ist, ist eine Veränderung des Geschmacks- und Geruchssinns. Es kann sogar dazu führen, dass eine Person zum "Sabbern" neigt, da die Speichelproduktion zunimmt.
Laut der Alzheimer's Society kann der natürliche Wach- und Schlafzyklus einer Person gestört werden, da die Fähigkeit des Körpers, Morgen und Nacht zu erkennen, beeinträchtigt wird. Menschen mit Demenz erleben aufgrund ihrer Erkrankung körperliche Veränderungen im Gehirn. Diese Veränderungen können sich darauf auswirken, wie viel und wie gut sie schlafen. Menschen mit Demenz können Probleme mit dem Schlafen in der Nacht haben und tagsüber mehr schlafen. Sie können Schwierigkeiten beim Einschlafen haben oder nachts aufwachen.