Puppen, Autos, Bausteine – klassische Spielsachen gehören in fast jedem Haushalt zur Grundausstattung. Doch offenbar sind es nicht immer die bunten Spielzeuge, die die Aufmerksamkeit kleiner Kinder am stärksten fesseln.
Eine Studie der Arizona State University legt nahe, dass ungewöhnliche Alltagsgegenstände das Interesse von Kindern länger aufrechterhalten können als vertrautes Spielzeug.
Delaney Witmer, studentische Forscherin an der Arizona State University, untersuchte gemeinsam mit ihrem Team das Spielverhalten von 32 Kindern im Alter zwischen zwei und vier Jahren. Dabei analysierten sie, wie die Kinder zu Hause mit bekannten und unbekannten Gegenständen spielten.
Die Eltern wurden gebeten, ihrem Kind einen sicheren, aber bislang unbekannten Gegenstand zum Spielen zu geben.
Zum Vergleich standen vertraute Spielsachen wie Puppen, Plastikautos oder Spiellebensmittel bereit. Das Ergebnis war eindeutig: Die Kinder griffen deutlich häufiger zu den neuen Gegenständen.
Während einer zehnminütigen Spielsitzung wurden ungewöhnliche Gegenstände im Durchschnitt 40 Mal berührt, bekannte Spielzeuge hingegen nur etwa 30 Mal.
"Es fesselt ihre Aufmerksamkeit", erklärte Witmer auf der Konferenz der American Association for the Advancement of Science (AAAS). "Es ist spannend und hilft dabei, den Fokus von etwas Gewohntem auf etwas Neues zu verlagern."
Interessant war außerdem: Bei unbekannten Gegenständen blickten die Kinder häufiger zu ihren Eltern – offenbar auf der Suche nach Hinweisen, wie man damit umgehen könnte. Auch das ist ein wichtiger Lernprozess.
Witmer empfiehlt Eltern deshalb, ihren Kindern regelmäßig neue, sichere Gegenstände zum Erkunden anzubieten – nicht nur klassisches Spielzeug. "Selbst, wenn sie nur ein paar Minuten damit spielen, lernen sie etwas Neues", sagte sie. Durch diese frühen Erfahrungen speicherten Kinder Informationen, die sie auf zukünftige Situationen vorbereiten könnten.
In ihrer Doktorarbeit betont sie: "Die Interaktion mit Gegenständen spielt eine wichtige Rolle für Lernen und Gedächtnis bei Kleinkindern."
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Kinder oft länger mit Objekten interagieren, als Eltern vermuten – besonders, wenn es sich um neue Dinge handelt.