Asbest-Alarm bei gefärbtem Spielsand sorgt wie berichtet europaweit für Verunsicherung – nun meldet sich auch Oberösterreichs Konsumentenschutz-Landesrat Stefan Kaineder (Grüne) zu Wort. Hintergrund sind Berichte aus mehreren europäischen Ländern, wonach in Produkten wie "Magic Sand", kinetischem Sand, Deko- und Bastelsand sowie Sandspieltischen Asbestfasern nachgewiesen wurden.
"Der Schutz der Gesundheit unserer Kinder steht an oberster Stelle", sagt Kaineder. "Umso besorgniserregender sind aktuelle Berichte." Behörden und Verbraucherschutzorganisationen hätten bereits eindringlich gewarnt, teils seien Verkaufsstopps verhängt und Rückrufaktionen eingeleitet worden.
Asbest ist ein natürliches Mineral, das in bestimmten Gesteinsarten vorkommen kann. Solange es gebunden ist, besteht nicht zwingend Gefahr. Werden jedoch feine Fasern freigesetzt und eingeatmet, können sie sich in der Lunge festsetzen und krebserregend wirken. Gerade Kinder gelten wegen ihrer empfindlichen Atemwege als besonders gefährdet.
Brisant: Bunter Spielsand wird häufig in Innenräumen verwendet – in Kinderzimmern, Kindergärten oder anderen pädagogischen Einrichtungen. Aufgewirbelte Partikel können dort länger in der Raumluft bleiben. Eine mögliche Belastung sei daher "besonders ernst zu nehmen".
Kaineder fordert nun ein rasches Vorgehen der zuständigen Ministerin Korinna Schumann (SPÖ): eine offizielle Information des Bundes, umgehende Marktüberprüfungen, Transparenz bei den Prüfergebnissen sowie klare Herkunftsnachweise und strengere Qualitätskontrollen bei Importprodukten.
Falls ein Risiko nicht ausgeschlossen werden könne, brauche es "Sofortmaßnahmen bis hin zu Verkaufsstopps oder Rückrufen": "Eltern, Bildungseinrichtungen und Betreuungspersonen müssen sich darauf verlassen können, dass Spiel- und Bastelmaterialien höchsten Sicherheitsstandards entsprechen", sagt Kaineder. Prävention müsse oberste Priorität haben.
In seinem eigenen Wirkungsbereich habe man bereits Schritte gesetzt, betont der Landesrat – die oö. Behörden könnten jedoch nur auf Anweisung des Bundes tätig werden. "Wo auch nur der Verdacht einer Gesundheitsgefährdung besteht, braucht es rasches Handeln, klare Kommunikation und größtmögliche Transparenz."