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Gefahr für Kinder! Asbest-Alarm bei Bastel- & Spielsand

In Bastel- und Spielsand aus China wurde krebserregendes Asbest gefunden. Die betroffenen Produkte waren auch bei uns im Handel erhältlich.
Newsdesk Heute
13.02.2026, 19:57
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Nachdem Australien und Neuseeland bereits im Herbst 2025 Rückrufe gestartet haben, schlagen jetzt auch die Niederlande Alarm. Wie 20 Minuten berichtet, wurde in mehreren Sandarten, die für Kinder gedacht sind – darunter Bastelsand, Sand für Spieltische (auch Montessori), sogenannter "magischer" Sand und Dekosand – Asbest nachgewiesen. Sand für den klassischen Sandkisten im Freien scheint derzeit nicht betroffen zu sein. Der belastete Sand stammt laut aktuellen Erkenntnissen ausschließlich aus China.

Die ersten Rückrufe gab es in Australien und Neuseeland bereits im Herbst 2025. Eltern wurden dort aufgefordert, keinen neuen Bastel- oder Spielsand zu kaufen und vorhandene Produkte zu entsorgen. Sogar Dutzende Schulen mussten vorübergehend zusperren und teilweise aufwendig saniert werden, weil der belastete Sand in den Klassenräumen verwendet wurde.

In den Niederlanden hat die Tageszeitung "Algemeen Dagblad" zwölf Proben von Spielsand im Labor testen lassen. In sechs davon wurde Asbest festgestellt, berichtet die Zeitung. Mittlerweile ist laut Medienberichten von mindestens 25 belasteten Proben die Rede. Die Produkte wurden unter anderem über Bol.com, Amazon und AliExpress verkauft.

Tremolit-Asbest: "Das ist wirklich besorgniserregend"

Bei dem gefundenen Asbest handelt es sich um ungebundenen Tremolit – eine besonders gefährliche Asbest-Art. Jahrzehnte nach dem Einatmen der Fasern kann es zu Lungenkrebs oder anderen Krebsarten kommen.

"Das ist wirklich besorgniserregend", sagt David de Vreede vom niederländischen Asbest- und Faserkompetenzzentrum gegenüber ad.nl. "Im Bauwesen sollte dieses Material von Fachleuten in Schutzanzügen entfernt werden." Einige Produkte enthielten sogar zwei bis fünf Prozent Asbest in ungebundener Form. "Das ist ein sehr hoher Wert, und der Asbest kann leicht eingeatmet werden."

Wie geht es jetzt weiter? Aufsichtsbehörden ermitteln

Die niederländische Behörde für Lebensmittel und Waren (NVWA) untersucht derzeit rund 90 verschiedene Sandproben. "Wir tun das so schnell wie möglich", sagte ein Sprecher zur Nachrichtenagentur DPA. In etwa zwei Wochen soll es Ergebnisse geben. Dann wird entschieden, ob der Verkauf gestoppt wird. Einige Kindergärten reagieren bereits und nehmen vorsorglich den betroffenen Sand aus dem Angebot.

Wie kommt überhaupt Asbest in den Sand?

Der Sand stammt aus chinesischen Minen und Steinbrüchen, wo Asbest natürlich vorkommen kann. Wird beim Abbau zufällig eine asbesthaltige Stelle angebohrt, kann der Sand verunreinigt werden. Welcher Spielzeughersteller den Sand erhält und in welcher Charge, kann von Tag zu Tag variieren. Da Sandkistensand in der Regel aus näheren Quellen bezogen wird, gilt dieser laut AD derzeit als unverdächtig.

Dass auch Sand "made in Europe" nicht über jeden Zweifel erhaben ist, zeigt sich auch in Österreich: Hierzulande mussten in diesem Jahr bereits mehrere Steinbrüche geschlossen werden, weil dort Asbest nachgewiesen worden war.

Mehr lesen: Asbest-Schock! Spielplatz und Raststätte gesperrt >>

Was tun, wenn du Asbest-Sand zu Hause hast?

Mit dem Sand sollte vorsichtshalber weder gespielt, gebastelt noch dekoriert werden. "Geschlossene Packungen sollten nicht geöffnet werden", warnt die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Zur Entsorgung empfiehlt die niederländische Behörde NVWA: Sand anfeuchten, doppelt in einen Plastiksack einwickeln und gut verschließen. Es ist wichtig, das Einatmen von Sandpartikeln zu vermeiden.

Die Verbraucherzentrale NRW rät sogar zu einer dicht sitzenden FFP2-Maske, Putzhandschuhen und Schutzbrille. Auch diese Utensilien gehören danach in einen Plastiksack – aber nicht in den Hausmüll, sondern zu einer Spezial-Entsorgungsstelle. Nach der Entfernung solltest du gut lüften. Unter Umständen kann sogar eine professionelle Reinigung der Räume nötig sein, so das neuseeländische Ministerium für Wirtschaft, Innovation und Arbeit.

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