Wuhan ist weltweit als Ursprungsort der Corona-Pandemie bekannt – nun rückt die chinesische Millionenstadt erneut ins Zentrum gesundheitlicher Aufmerksamkeit. Dieses Mal geht es um möglicherweise verunreinigtes Milchpulver in Babynahrung, das auch in Österreich verkauft wurde.
Anfang des Jahres startete der Schweizer Lebensmittelkonzern Nestlé eine große Rückrufaktion in 60 Ländern, weil in Säuglingsmilch das Toxin Cereulid, ein von Bakterien produzierter Giftstoff, enthalten sein könnte. Vor wenigen Tagen folgte auch Danone mit einem Rückruf – "Heute" berichtete.
Betroffen ist Milchpulver, das ARA-Öl enthält, eine wichtige Omega-6-Fettsäure für Babys. Dieses Spezialöl könnte mit Cereulid verunreinigt sein. Der Inhaltsstoff stammt nach Angaben französischer Hersteller von der Firma Cabio Biotech. Die Firma hat ihren Sitz in Wuhan und ist weltweit einer der größten Produzenten von Omega-6-Fettsäuren.
Neben den weltweiten Rückrufen beschäftigten die Produkte auch die Behörden: In Frankreich wurde geprüft, ob Babynahrung von Nestlé mit zwei Todesfällen Ende Dezember und Anfang Jänner in Verbindung steht.
Laut den französischen Behörden deutet derzeit jedoch nichts darauf hin, dass es in beiden Todesfällen einen Zusammenhang mit dem Konsum der Nestlé-Produkte gibt.
Säuglingsnahrung unterliegt laut dem Laborkonzern Eurofin zwar besonders strengen Kontrollen, doch das Problem ist: Nach Cereulid wird in den üblichen Standardtests nicht routinemäßig gesucht.
Beim Schweizer Prüfkonzern SGS wird daher gewarnt, dass das bereits in kleinsten Mengen gefährliche Gift trotz normaler Verarbeitungsprozesse im Endprodukt verbleiben könne, berichtet die "Krone". Besonders im Fokus stehen demnach Säuglings- und Babynahrung, Reis- und Fertiggerichte, Milchpulver, fettreiche Zutaten wie Spezialöle sowie stark verarbeitete pulverförmige Lebensmittel.
Nestlé hat inzwischen die Belieferung durch den betroffenen ARA-Öl-Lieferanten gestoppt. Zusätzlich kündigte der Konzern systematische Tests aller ARA-Öl-Chargen anderer Lieferanten auf Cereulid sowie verstärkte Kontrollen während und nach der Produktion an.
Eltern, die Produkte aus den vier genannten Chargen zu Hause haben, sollen diese nicht mehr verfüttern, sondern im Geschäft zurückgeben. Der Kaufpreis wird auch ohne Kassenbon erstattet, Ersatz wird bereitgestellt. Bei Fragen hilft der Verbraucherservice des Aptacare Expertenteams unter der Telefonnummer 0800 311 512 oder per Mail [email protected]