Für Familie Schmidt/Rittner ist das schon Alltag, für viele andere aber kaum zu glauben. Mit zwei Zwillingswägen marschiert das Paar an diesem Tag zur Vorsorge ins Klinikum Fürth (Bayern, Deutschland) – und zieht damit viele neugierige Blicke auf sich.
Das Beste: Jasmin Schmidt ist erneut schwanger. Wieder mit Zwillingen – zum dritten Mal. Ganz ohne künstliche Befruchtung und in relativ kurzer Zeit. Im Spätsommer 2023 kamen die Zwillinge Daniel und Emilio zur Welt, im Spätsommer 2024 folgten Simone und Anastacia. Das dritte Zwillingspaar (zwei Mädchen) sollen Anfang Juni zur Welt kommen.
Dass aber eine Frau gleich dreimal hintereinander Zwillinge bekommt, ist laut Oberärztin Anja Forster vom Klinikum Fürth wirklich etwas Besonderes. Sie betreut die Familie schon zum dritten Mal. Eine richtige Erklärung dafür gibt es nicht, weil in keinem Fall eine künstliche Befruchtung im Spiel war. "Es ist eigentlich Zufall." In manchen Familien kommt es öfter vor, dass bei den Frauen gleichzeitig mehrere Eizellen reifen, erklärt die Ärztin.
Die Wahrscheinlichkeit für eine Zwillingsschwangerschaft ist in den letzten Jahren gestiegen, wie die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) erklärt. Gründe dafür sind unter anderem mehr künstliche Befruchtungen und das höhere Alter der werdenden Mütter. Bei Zwillingsschwangerschaften kann es laut DGGG öfter zu Komplikationen kommen. Dazu gehören Frühgeburten und Fehlbildungen. Auch das Risiko für Bluthochdruck, Schwangerschaftsdiabetes, Blutarmut oder Schwangerschaftsvergiftung sind erhöht, weil der Körper mehr leisten muss.
Eineiige Zwillinge entstehen mit einer Häufigkeit von ca. 0,3–0,4 % (etwa 1 von 250).
Zweieiige Zwillinge sind deutlich häufiger.
Durch künstliche Befruchtung (IVF, Hormonstimulation) steigen die Raten deutlich – aber das wäre dann nicht mehr "natürlich".
Jasmin Schmidt sagt, sie hat sich immer viele Kinder gewünscht. Aus ihrer ersten Ehe hat sie schon drei Kinder – aber keine Zwillinge. Insgesamt ist sie in Bälde also neunfache Mama. Im März wollen Andreas und sie heiraten und in eine größere Wohnung ziehen. Bei der Suche hatten sie bislang allerdings kein Glück.