Ein Termin im Nagelstudio klingt eigentlich simpel: Man will schöne Nägel, saubere Arbeit und am besten noch eine entspannte Stunde. Doch wer schon einmal versucht hat, ein wirklich gutes Studio zu finden, weiß: Das ist oft leichter gesagt als getan. Zwischen perfekten Instagram-Fotos, günstigen Angeboten und wechselnder Qualität liegt in der Realität häufig ein großes Fragezeichen. Denn ob Hygiene, Haltbarkeit oder die Gesundheit der Nägel – am Ende merkt man erst nach dem Termin, ob man an die richtige Adresse geraten ist.
Es gibt nicht viele Studien zur Sauberkeit von Nagelstudios, aber eine Umfrage aus New Jersey (USA) ergab, dass 52 % der Salonbesucher angaben, Haut- oder Pilzsymptome zu haben.
8 Tipps: Worauf du bei Nagelstudios achten solltest
Diese Symptome lassen sich weitgehend vermeiden, wenn Kunden und Salonmitarbeiter die richtigen Vorsichtsmaßnahmen treffen. Dr. Amanda Zubek – Leiterin der Abteilung für Dermatologie der Yale Medicine in Middlebury, die sich auf Nagelerkrankungen spezialisiert hat – nennt einige Punkte, die auf Probleme in einem Nagelstudio hinweisen können.
"Der Salon sollte sauber aussehen und riechen", sagte Zubek gegenüber der "New York Post". "Wenn es stark nach Chemikalien riecht, kann das auf ein Problem mit der Belüftung hindeuten." Jedoch kann es mehrere Gründe für einen chemischen Geruch geben. Aceton wird häufig zum Auflösen und Entfernen von Nagellack, Gel und Acryl verwendet, während Toluol einigen Nagellacken für ein glattes, gleichmäßiges Finish zugesetzt wird. Beide sind flüchtige organische Verbindungen, die sich in schlecht belüfteten Räumen ansammeln und zu Reizungen der Atemwege, Schwindel und Kopfschmerzen führen können. Eine schlechte Belüftung schafft außerdem ein feuchtes Umfeld, in dem Mikroorganismen wie Schimmelpilze und verschiedene Bakterien wachsen und sich verbreiten können. Mehr:Schlechter Luxus – Chanel fällt im Nagellack-Test durch
2
Hygiene!
Nagelfeilen, Polierer und Fußbad-Einlagen sollten nur einmal verwendet werden, bevor sie entsorgt werden. "Man sollte für jeden Kunden einen neuen, sterilisierten Beutel mit Werkzeugen öffnen". Andere Maniküre- und Pediküre-Werkzeuge können wiederverwendet werden, müssen jedoch in einem speziellen Sterilisationsofen sterilisiert werden. Der Arbeitstisch muss sauber sein und die Mitarbeiterinnen sollten Handschuhe tragen (nicht zwingend, aber oft ein gutes Zeichen).
3
Es darf NICHT wehtun
Ein gutes Studio arbeitet sanft. Nägel sollten nicht brennen beim Aushärten. Die Nagelhaut wird nicht blutig gefräst oder geschnitten. Es wird nicht aggressiv gefeilt. Schmerzen, Blut oder wenn dir danach die Nägel wehtun sind eine klare Red Flag!
4
Fachwissen & Beratung
Ein gutes Studio fragt nach Allergien, Vorerkrankungen (z.B. Nagelpilz), was du im Alltag machst (viel putzen, tippen, Sport?) und nimmt sich Zeit für eine typgerechte Beratung: Welche Form/Länge zu deinen Nägeln passt, was realistisch hält und wie du die Nägel pflegen sollst.
5
Preistransparenz
Ein gutes Studio kommuniziert Preislisten klar, Aufpreise (z.B. Länge, Design, Reparatur) und die Kosten fürs Entfernen. Böse Überraschungen an der Kassa bleiben aus.
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Fotos auf Instagram-Kanal
Instagram kann helfen, aber achte auf gleichmäßige Oberfläche, keine dicken "Wülste", saubere Nagelhaut, gerade Seitenlinien und nicht zu dicke Spitzen. Sehen die Nägel auf den Bildern schon "klobig" aus, dann lieber Finger weg!
7
Keine Behandlung bei Pilz oder Entzündung
Ein seriöses Studio behandelt nicht bei Nagelpilz und bricht die Behandlung bei Entzündungen ab und verweist ggf. an einen Arzt.
8
Achtung bei "billig um jeden Preis"
Sehr günstige Preise können heißen: schlechte Produkte, wenig Hygiene, keine (gute) Ausbildung der Mitarbeiter oder zu schnelles Arbeiten. Das heißt nicht, dass teuer immer besser ist – aber extrem billig ist oft riskant.
Ein gutes Nagelstudio erkennst du vor allem an Hygiene, sanfter Arbeit, sauberer Technik und ehrlicher Beratung. Wenn du dich unwohl fühlst: lieber gehen – deine Nägel danken es dir.