Haltbarkeit, Schadstoffe

Schlechter Luxus – Chanel fällt im Nagellack-Test durch

Ein aktueller VKI-Test zeigt: Ein hoher Preis garantiert keine Qualität. Ausgerechnet ein Chanel-Nagellack landet weit hinten im Testfeld.
Heute Life
26.01.2026, 09:59
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Er ist das "kleine Schwarze" der Kosmetikindustrie und als zeitloser Klassiker für viele unverzichtbar – roter Nagellack. Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) hat in einem internationalen Gemeinschaftstest 16 gängige Produkte getestet. Während viele Lacke aus Drogerien ebenso wie hochpreisige Marken mit guter Haltbarkeit und unbedenklichen Inhaltsstoffen überzeugten, fiel ausgerechnet ein Klassiker aus dem Hause Chanel negativ auf.

Ernüchterndes Ergebnis

Der getestete Nagellack "Le Vernis" in der Farbe "153 Pompier" schnitt vor allem bei der Haltbarkeit schwach ab. Im sogenannten Kreuzschnitt-Haftungstest, bei dem der getrocknete Lack eingeritzt und mit Klebeband belastet wird, löste sich ein erheblicher Teil der Lackschicht. Damit zeigte das Produkt eine deutlich schlechtere Haftung als zahlreiche günstigere Konkurrenzprodukte. Für ein Luxusprodukt mit entsprechendem Preisniveau ist das Ergebnis besonders ernüchternd.

Insgesamt wurden 16 Produkte in allen Preisklassen unter die Lupe genommen.
VKI

Zusätzlich deckte der VKI bei mehreren Marken Defizite bei der gesetzlich vorgeschriebenen Deklaration auf - allerdings nicht nur bei Chanel. Im Falle des prominenten Produktes fehlen auf der Verpackung sowohl ein Mindesthaltbarkeitsdatum als auch das gesetzlich vorgesehene PAO-Symbol, das angibt, wie lange ein Kosmetikprodukt nach dem Öffnen verwendet werden kann. Auch die Umwelteigenschaften der Verpackung flossen negativ in die Bewertung ein und trugen zur Abwertung des Produkts bei. Damit landete der Chanel-Nagellack mit einem "durchschnittlich" am Ende des Testfelds.

Teuer ist nicht besser

Der Test zeigt insgesamt, dass ein hoher Preis nicht automatisch für bessere Qualität steht. Den ersten Platz mit 75 von 100 Punkten teilen sich ein Produkt der DM-Eigenmarke, erhältlich für 2,25 Euro und ein High-End-Markenprodukt, erhältlich für 16,00 Euro. Viele der geprüften Nagellacke überzeugten mit guter Deckkraft, langer Haltbarkeit und unauffälligen Inhaltsstoffen. Positiv ist zudem, dass in keinem der getesteten Produkte problematische Schwermetalle wie Blei oder Cadmium in relevanten Mengen gefunden wurden.

Allerdings wurden die Nagellacke auch auf Nitrosamine geprüft. Diese chemischen Verbindungen stehen in Verdacht krebserregend zu sein. Nitrosamine werden Nagellacken nicht absichtlich zugesetzt. Sie gelten als Verunreinigungen, die aus bestimmten Inhaltsstoffen oder während des Herstellungsprozesses entstehen können. Bei zwei Produkten (Essence, Mavala) wurden Nitrosamine festgestellt.

Kinder-)Finger besser weg

Kritisch sieht der VKI Nagellacke auch im Zusammenhang mit Kindern. Die meisten Nagellacke für Erwachsene basieren auf Lösungsmitteln und sind folglich für Kinder nicht geeignet. Auch vermeintlich kindgerechte Nagellacke auf Wasserbasis sind kritisch zu beäugen. Sie enthalten eine Reihe bedenklicher Inhaltsstoffe.

„Für kleine Kinder eignet sich am besten ein kreatives Spiel mit abwaschbaren Farben, die nicht dauerhaft auf Haut oder Nägeln bleiben.“

Bei Kosmetik für Kinder gilt: So wenig wie möglich, so sicher wie nötig. "Allenfalls sollten Produkte zumindest ohne Azofarbstoffe gewählt und auf kurze, verständliche Inhaltsstofflisten geachtet werden. Eine niedliche Verpackungsaufmachung ist kein Garant für ein kindersicheres Produkt. Für kleine Kinder eignet sich am besten ein kreatives Spiel mit abwaschbaren Farben, die nicht dauerhaft auf Haut oder Nägeln bleiben", so Birgit Schiller, Kosmetik-Expertin im VKI.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 26.01.2026, 11:05, 26.01.2026, 09:59
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