Er war der Letzte seiner Art: Valentino. Ein Name, der keinen Nachnamen brauchte. Geboren 1932 in Norditalien, lernte er sein Handwerk früh in Paris, bevor er in Rom sein eigenes Modehaus gründete. Dort entwickelte er jenen Stil, der ihn weltberühmt machte: klare Linien, perfekte Schnitte und pure Eleganz.
Valentino Garavani war kein Designer für schnelle Schlagzeilen. Er schneiderte und entwarf für die oberste Etage. Sein Name stand für eine Welt aus Adel, Superreichen und internationalen Eliten – eine Liga, die zwar kaum sichtbar, aber extrem einflussreich ist. Aus einem Mix aus Parfüms und Sonnenbrillen für die Massen und Haute Couture für die betuchte Klientel baute der Italiener sein Modehaus und sein Vermögen auf.
So war er auf Du-und-Du etwa mit Jacqueline Onassis aka Jackie Kennedy, die seit ihrer Zeit im Weißen Haus den Mode-Maestro schätzte und seine Kreationen trug.
Genauso wie Schauspielerin Sophia Loren, Gwyneth Paltrow oder die Supermodels Naomi Campbell, Claudia Schiffer und Gisele Bündchen.
Sein Markenzeichen wurde das berühmte Valentino-Rot – eine Farbe, die schnell vulgär wirken könnte, wenn sie nicht in Form eines Valentino-Designs daherkam. Daneben etablierte er eine Art von Eleganz, die sich durch Zurückhaltung definierte. Weiß, Schwarz, Elfenbein. Abendkleider, die nicht nach Aufmerksamkeit suchten, sondern sie automatisch bekamen.
Es ist das Kleid von Julia Roberts bei den Oscars im Jahr 2001. Schwarz-weiß. Klare Linien. Keine Glitzersteine, kein tiefer Ausschnitt, kein nackter Rücken. Ein Kleid, das auf den ersten Blick fast unspektakulär wirkt. Und genau deshalb war es so stark, weil es die Natürlichkeit seiner Trägerin unterstrich und für Valentinos Philosophie stand.
Julia Roberts gewann an diesem Abend den Oscar. Doch das Kleid gewann etwas anderes: das kollektive Gedächtnis. Bis heute gilt es als eines der bekanntesten Oscar-Kleider aller Zeiten. Und als das einzige echte Standout-Stück in Valentinos Karriere.
2008 zog sich Valentino aus dem aktiven Geschäft zurück. Sein Vermächtnis aber bleibt in der Modegeschichte: Er machte Eleganz zu etwas, das man nicht erklären muss.