Von fruchtig-süß bis herzhaft mit Gemüse – das Kinderregal ist voll mit bunten Knabbereien. Was gesund wirkt, hält einem genaueren Blick aber oft nicht stand. Die Arbeiterkammer Oberösterreich hat 68 Knabbersnacks unter die Lupe genommen – das Ergebnis fällt durchwachsen aus.
Viele Produkte werben mit Gesundem auf der Packung. Tatsächlich haben sie mit "hochwertigem Obst oder Gemüse" oft wenig zu tun. Stattdessen stammt die beworbene Süße bei 26 Proben aus Saftkonzentraten, sechs enthalten sogar zugesetzten Zucker oder Sirup.
Der Zuckergehalt schwankt massiv: zwischen 0,9 und 30,8 Gramm pro 100 Gramm. Auch beim Fett gibt es große Unterschiede. Je nach verarbeitetem Öl liegt der Anteil zwischen 0,7 und 30 Prozent. Der Energiegehalt reicht von 324 bis 531 kcal pro 100 Gramm.
Bei sieben Produkten wird mit Aromen nachgeholfen, in zwei Fällen kommen Farbstoffe zum Einsatz. Zudem finden sich Emulgatoren und Säureregulatoren in den Zutatenlisten. Auch beim Salz zeigen sich Auffälligkeiten: Fünf Produkte weisen einen mittleren, eines sogar einen hohen Gehalt auf.
Auffällig: Vor allem Erzeugnisse ohne Altersangabe schneiden schlechter ab. Aber auch Snacks für Kindergarten- oder Schulkinder sind laut AK "nur mäßig empfehlenswert", weil sie häufig Zucker, Salz oder Zusatzstoffe enthalten.
Die Portionsgrößen wirken mit durchschnittlich 30 Gramm überschaubar. Die Preise liegen zwischen 75 Cent und 2,99 Euro. Hochgerechnet auf 100 Gramm kostet ein Snack allerdings zwischen 1,25 und 9,93 Euro – ein teurer Genuss.
Die AK rät daher zu einer einfachen Alternative: geschmacksneutrale, salzarme Getreidesnacks kombiniert mit frischem Obst oder Gemüse. Fertige Knabbereien seien stark verarbeitet – "Saftkonzentrate ersetzen kein frisches Obst oder Gemüse" und gewöhnen Kinder früh an einen süßen Geschmack.