Vegane Milchalternativen

Schockstudie: Schimmelgifte in Pflanzendrinks entdeckt

Hafer-, Soja- und Mandeldrinks boomen – doch eine neue Untersuchung zeigt: In vielen Produkten wurden Schimmelpilzgifte gefunden.
Heute Life
22.02.2026, 16:27
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Ob im Kaffee, Müsli oder Smoothie – vegane Milchalternativen sind längst kein Nischenprodukt mehr. Hafer-, Soja- oder Mandelmilch stehen heute selbstverständlich neben der klassischen Kuhmilch im Supermarktregal. Sie sind vor allem bei Veganern beliebt oder Personen, die Milchprodukte nicht so gut vertragen.

Dass diese Alternativen aber auch nicht unbedingt gänzlich unbedenklich sind, zeigt eine neue Untersuchung des Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) aus Deutschland. Dort wurden 162 handelsübliche Hafer-, Mandel- und Sojadrinks im Labor gezielt auf Schimmelpilzgifte (Mykotoxine) und Pflanzentoxine untersucht und die gesundheitlichen Auswirkungen auf Kinder im Alter von sechs Monaten bis unter sechs Jahren ermittelt.
Da keine verlässlichen Daten darüber vorliegen, wie viel Pflanzendrinks Kinder tatsächlich konsumieren, orientiert sich das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) an bekannten Verbrauchszahlen für Kuhmilch. Dabei wird davon ausgegangen, dass Kinder ähnliche Mengen an Mandel-, Hafer- oder Sojadrinks trinken wie herkömmliche Milch.

Schimmelpilzgifte (Mykotoxine) entstehen, wenn Schimmelpilze Getreide, Nüsse oder Mandeln während des Anbaus, bei der Lagerung oder in der Verarbeitung befallen. Eine vollständige Vermeidung ist kaum möglich. Dadurch können die Giftstoffe in vielen Lebensmitteln nachweisbar sein – darunter nicht nur, aber auch in Hafer-, Soja- und Mandeldrinks.

Ergebnisse in Mandeldrinks

Bei der Untersuchung schnitten Mandeldrinks besonders schlecht ab: In 31 von 39 Produkten wurde das Schimmelpilzgift Aflatoxin B1 nachgewiesen. Laut Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) könnte bei langfristigem Konsum vor allem für empfindliche Gruppen – darunter auch Kinder – ein erhöhtes Risiko für Nieren- und Leberschäden, Leberzirrhose sowie Nieren- und Leberkrebs bestehen. Insgesamt wurde das Risiko als "mittel" bewertet.

Auch ein weiteres Schimmelpilzgift, Ochratoxin A, das ebenfalls Nieren und Leber belasten kann und möglicherweise krebserregend ist, wurde häufig gefunden: in 33 von 39 Mandeldrinks sowie in 23 von 29 Sojadrinks. Diese Belastung wurde jedoch als weniger problematisch eingestuft.

Ergebnisse in Haferdrinks

Auch in Haferdrinks wurden verschiedene Schadstoffe festgestellt, die insgesamt jedoch als weniger bedenklich gelten. So wurde das Mykotoxin Deoxynivalenol in 67 von 86 untersuchten Produkten nachgewiesen. Nach Einschätzung des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) ist es zwar unwahrscheinlich, dass der Konsum von Haferdrinks gesundheitsschädlich ist, bei einer langfristigen Aufnahme geringer Mengen könnte jedoch die Entwicklung von Kindern beeinträchtigt werden.

Zudem wurden in allen getesteten Haferdrinks die Toxine T-2 und HT-2 gefunden. Deren Aufnahme gilt für sich genommen als wenig wahrscheinlich gesundheitsschädlich. Allerdings könnte sich das Risiko erhöhen, wenn zusätzlich andere Haferprodukte konsumiert werden.
Gleichzeitig weisen die Fachleute darauf hin, dass diese Schadstoffe auch in anderen Haferprodukten vorkommen können. Werden etwa regelmäßig sowohl belasteter Porridge als auch Haferdrinks konsumiert, erhöht sich die Gesamtaufnahme – und damit potenziell auch das Risiko.

Vorkommen von Pflanzentoxinen

Bei den untersuchten Pflanzentoxinen fiel die Bewertung insgesamt weniger kritisch aus. Lediglich in einem Sojadrink wurden die Substanzen Atropin und Scopolamin nachgewiesen. Diese können Herz und Nervensystem beeinträchtigen und sollten daher bei der Einschätzung möglicher Gesundheitsrisiken berücksichtigt werden.

Nicht nur in Pflanzendrinks

Grundsätzlich weist das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) darauf hin, dass Schimmelpilzgifte nicht nur in Pflanzendrinks vorkommen, sondern auch in Lebensmitteln wie Obst, Gemüse, Getreide, Nüssen, Kakao, Kaffee oder Gewürzen. Eine übermäßige Aufnahme lasse sich laut BfR am besten durch eine abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung vermeiden.

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