Ohne Kuschelsocken

Das passiert, wenn du daheim ständig barfuß gehst

Teppichkanten, Legosteine, überlastete Sehnen: Wer ständig ohne Schuhe unterwegs ist, setzt seine Füße mehr Belastung aus als gedacht.
Heute Life
17.02.2026, 13:15
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Kaum ist die Wohnungstür hinter einem zugefallen, fliegen die Schuhe in die Ecke. Endlich Freiheit für die Füße. Barfuß über Parkett oder Teppich zu gehen, fühlt sich für viele wie pure Entspannung an. Doch was gemütlich wirkt, kann durchaus Folgen haben.

Wenn fehlende Unterstützung Schmerzen macht

Elizabeth Daughtry, Podologin aus North Carolina, erklärt im "Self"-Interview, dass das vermehrte Barfußlaufen zu Hause möglicherweise zu einem Anstieg von Plantarfasziitis-Fällen beiträgt: Dabei handelt es sich um eine schmerzhafte Entzündung der Plantarfaszie, also jenes Gewebebands, das die Zehenbasis mit der Ferse verbindet.

Laut der Ärztin verkürzt sich die Plantarfaszie, wenn man längere Zeit sitzt oder schläft: Wer anschließend direkt barfuß aufsteht, riskiert eine Überlastung dieses angespannten Gewebes. Dadurch kann es zu Reizungen und Schmerzen kommen.

Auch längeres Gehen oder Stehen ohne Stütze im Fußgewölbe kann Beschwerden begünstigen: Ohne Unterstützung flacht der Fuß stärker ab, was Schmerzen im Vorfuß auslösen kann. Zudem kann es zur Reizung von Nerven zwischen den Zehen kommen.

Neben langfristigen Problemen gibt es auch akute Risiken: Alicia Canzanese, Podologin und Athletiktrainerin aus Pennsylvania, weist im Gespräch mit "Self" darauf hin, dass Barfußlaufen das Risiko für Stürze oder Verletzungen im Haushalt erhöht – etwa durch Stolpern über Teppiche oder Treten auf kleine Gegenstände wie Spielzeug.

Besonders vorsichtig sollten folgende Personen sein:

  • Menschen mit sehr flachen oder sehr hohen Fußgewölben
  • Personen, die bereits unter Fußschmerzen leiden
  • Betroffene mit Achillessehnenentzündungen
  • Menschen mit Nervenirritationen oder anderen bestehenden Fußproblemen

Besonders gefährlich kann es für Menschen mit Nervenschäden oder Durchblutungsstörungen sein – etwa bei Diabetes: "Oft sehen wir Patienten mit Diabetes, die mit einer Infektion kommen, und es stellt sich heraus, dass eine Nähnadel im Zeh steckt oder ein anderer Fremdkörper, auf den sie getreten sind, ohne es zu merken", verrät Jeffrey M. DeLott, Chirurg am Connecticut Orthopaedic Institute, gegenüber "Self".

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Barfuß kann auch Vorteile haben

Ganz verteufeln sollte man das Barfußgehen allerdings nicht: Daniel Stewart, Podologe am HCA Florida Mercy Hospital, erklärt, dass Schuhe einschränkend sein können und den Bewegungsumfang begrenzen, was wiederum zu Fußschmerzen führen könne.

Außerdem können stark gedämpfte Schuhe die kleinen Fußmuskeln entlasten: Diese stabilisieren das Gewölbe, unterstützen die Zehen und helfen beim Gleichgewicht. Wer sie regelmäßig fordert, wie durch zeitweises Barfußlaufen, kann sie stärken.

Die richtige Balance finden

Experten raten, sich langsam heranzutasten und nicht abrupt von ständigem Schuhtragen auf ganztägiges Barfußgehen umzusteigen: Wer gesunde, schmerzfreie Füße mit normalem Gewölbe hat, kann zeitweise ohne Schuhe unterwegs sein, sollte aber auf sichere Böden achten.

Sobald jedoch Beschwerden auftreten, lohnt es sich, die fehlende Unterstützung als mögliche Ursache in Betracht zu ziehen. Denn ob Barfußlaufen zu Hause gut oder problematisch ist, hängt vor allem vom eigenen Körper ab.

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