Ballerina schonungslos ehrlich

Vor Opernball: "Wer ohne Schmerzen aufwacht, ist tot"

Die Primaballerina spricht im Podcast "Message, Macht, Medien" über Schmerzen, Prinzessinnen-Gefühl und Ballerina-Klischees.
Heute Entertainment
22.01.2026, 10:42
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk

Sie ist Erste Solotänzerin der Wiener Staatsoper, also Primaballerina – und auch heuer tanzt Liudmila Konovalova (41) am Wiener Opernball am 12. Februar. Im "Krone"-Podcast "Message, Macht, Medien" von Gerald Fleischmann zeigt sich die Ausnahmekünstlerin überraschend offen, bodenständig und humorvoll.

"Der Opernball ist einzigartig", sagt sie ohne Zögern. Als sie ihn zum ersten Mal besuchte, habe sie sich "wie eine Prinzessin" gefühlt. Ein Moment fernab des harten Trainingsalltags, der sonst ihren Rhythmus bestimmt. Gefangen im Idealbild der zarten Ballerina? Für Konovalova kein Thema. Auf die Frage, ob sie Probleme hätte, aus dieser Rolle auszubrechen, winkt sie ab. Sie habe "kein Problem mit Lederkleidung".

Ihr Körper ist ihr Kapital. Wenn Fußballstars wie Lionel Messi oder Cristiano Ronaldo ihre Beine mit Hunderten Millionen Dollar versichern lassen, wie sieht das bei einer Ballerina aus? Konovalova lacht: "Gute Idee." Doch dann wird sie ernst. Wenn mit ihrem Körper etwas passieren würde, "wäre das eine Katastrophe".

Schmerzen gehören für sie zum Alltag. Romantisierung? Fehlanzeige. "Es ist Schmerz. Ein Balletttänzer, der morgens aufwacht und keine Schmerzen hat, ist tot", sagt sie. Punkt. Seit 15 Jahren ist Konovalova Erste Solotänzerin in Wien. Eine Position, um die es hinter den Kulissen Machtspiele und Intrigen geben kann. Was braucht es, um sich so lange ganz oben zu halten?

Im VIDEO: Liudmila Konovalova im Interview

Ihre Antwort ist so klar wie kompromisslos: "Charakter. Nur nach vorne, dann gewinnst du am Ende." Konovalova ist in Russland aufgewachsen. Fühlt man sich da als Teil der liberalen, westlichen Welt? Und was ist eigentlich diese oft zitierte "russische Seele"? Ihre Definition ist poetisch wie bitter. "Glück und Tragödie gemeinsam."

Zum Krieg zwischen Russland und der Ukraine möchte sie sich nicht äußern. Sie beschäftige sich damit nicht, sagt sie: "Ich bin keine Politikerin." Und Österreich? Was wusste sie darüber, als sie jung war? "Die Sisi-Filme", sagt sie und lächelt. Heute schätzt sie vor allem eines: "Die Balance. Es ist der Staat der Musik. Ich mag die Natur, Berge und die Seen."

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 22.01.2026, 12:03, 22.01.2026, 10:42
Jetzt E-Paper lesen