Die Teuerung in Österreich lässt langsam nach. Im Dezember 2025 lag die Inflation laut Bank Austria mit 3,8 Prozent erstmals seit fünf Monaten wieder unter der Vier-Prozent-Marke. Im Jahresdurchschnitt 2025 betrug die Teuerung 3,5 Prozent, nach 2,9 Prozent im Jahr davor.
Für heuer geht die UniCredit Bank Austria von einer zumindest rechnerischen Entspannung aus. "Für 2026 erwarten wir, vorwiegend durch den Wegfall des Effekts des Auslaufens der Strompreisbremse aus der Berechnung, einen Rückgang der Teuerung auf durchschnittlich 2,4 Prozent", sagte Chefökonom Stefan Bruckbauer. 2027 dürfte sich dann die Teuerung nach sechs Jahren mit teils deutlich höheren Werten tatsächlich wieder im Zielbereich der Europäischen Zentralbank von zwei Prozent einfinden, glaubt Bruckbauer.
Auch die Wirtschaftsleistung entwickelt sich wieder etwas besser. In den ersten drei Quartalen 2025 stieg das Bruttoinlandsprodukt im Jahresvergleich um 0,5 Prozent und damit etwas stärker als erwartet. „Wir haben unsere BIP-Schätzung für 2025 aufgrund der Datenrevision und weiterhin guter Stimmungs- und Konjunkturdaten von 0,3 auf 0,5 Prozent erhöht“, erklärte Ökonom Walter Pudschedl. Für 2026 werden +1,0 Prozent, für 2027 +1,5 Prozent erwartet.
Trotz der Erholung liegt die reale Wirtschaftsleistung aber noch unter dem Niveau von 2022. "Da die Bevölkerung zudem gestiegen ist, sank das reale BIP pro Kopf in Österreich in den vergangenen drei Jahren sogar um zwei Prozent oder fast 1000 Euro. Die vergangenen Jahre haben somit einen spürbaren Rückgang des Wohlstands in Österreich gebracht", meint Pudschedl. Auch wenn sich die Konjunktur weiter verbessert, werde der Wohlstandsverlust nur langsam aufgeholt werden. "Erst 2027 sollte nach Einschätzung der Ökonomen der UniCredit Bank Austria das reale BIP pro Kopf das Niveau von 2022 wieder erreichen können."
Am Arbeitsmarkt zeigt sich erstmals seit drei Jahren eine Entspannung. Die saisonbereinigte Arbeitslosenquote sank im Dezember 2025 auf 7,4 Prozent. Im Jahresdurchschnitt lag sie ebenfalls bei 7,4 Prozent. Für die kommenden Jahre rechnet die Bank Austria mit weiter sinkenden Werten. "Nach dem Anstieg der Arbeitslosenquote auf 7,4 Prozent im Jahr 2025 gehen wir für 2026 von einem Rückgang auf 7,3 Prozent und 2027 weiter auf zumindest 7,2 Prozent aus", so Pudschedl.
Insgesamt zeigt sich die Wirtschaft zum Jahreswechsel stabiler als zuvor. Der UniCredit Bank Austria Konjunkturindikator stieg im Dezember auf minus 0,7 Punkte und erreichte damit den höchsten Wert seit Mitte 2022. Laut Chefökonom Bruckbauer startete die Wirtschaft damit "unter deutlich günstigeren Voraussetzungen ins neue Jahr als 2025", dennoch sei "für die kommenden Monate nur vorsichtiger Optimismus angebracht".
Zwar habe sich, so Bruckbauer, die Konjunkturstimmung in allen Wirtschaftsbereichen, ausgenommen am Bau, verbessert. Die hohen geopolitischen Unsicherheiten, die aggressive US-Wirtschaftspolitik, hausgemachte Herausforderungen und der enge budgetäre Handlungsspielraum würden die Aussichten für Österreichs Wirtschaft aber begrenzen.