Die Arbeitslosigkeit in Österreich steigt weiter. Rund 435.000 Menschen sind ohne Job, "Heute" berichtete. In der krisengebeutelten Industrie und in der Baubranche hellt sich die Lage etwas auf, der Handel steht aber weiter unter Druck. Zu dieser Thematik war Ex-Wirtschaftsminister und der nunmehrige Nationalbank-Gouverneur Martin Kocher Gast von Margit Laufer in der "ZIB2" am Freitag.
Es sei "nichts Angenehmes", wenn die wirtschaftliche Lage so sei. Zwar habe es 2025 "verhaltenes Wachstum" gegeben, die Wirtschaftslage sei für den Arbeitsmarkt aber immer noch "zu wenig" gewesen, hielt der Ökonom fest.
Die einigermaßen gute Nachricht: Für 2025 erwarten sich Experten die "Trendwende". Wir erwarten für 2026 eine Trendwende. Schon im Frühjahr solle es im Jahresvergleich weniger Arbeitslose geben. Man dürfe aber nicht "zu optimistisch" sein. Es gebe immer noch Faktoren in der Weltwirtschaft, wo Entwicklung schwächer sei als in Österreich – insbesondere in Deutschland.
Laufer konfrontierte ihren Studiogast mit der hohen Inflation, die in Österreich doppelt so hoch sei wie in der Eurozone. Hat Regierung Inflation zu lange auf hohem Niveau treiben lassen? Man habe, so Kocher, 2025 eine höhere Inflation gehabt, weil die Energiehilfen ausgelaufen seien – und das habe die Energiepreise in die Höhe getrieben. Die Inflation sei auch aufgrund der "Lohnfindung" so hoch gewesen. Die Nationalbank erwarte einen Rückgang der Inflationsrate.
Für 2026 erwartet der Experte eine Inflationsrate von 2,4 Prozent. Zu Beginn sei man wohl noch im Bereich von drei Prozent, im Laufe des Jahres werde man sich dann den zwei Prozent annähern, glaubt Kocher.