"Ärmel aufkrempeln"

"Tiefpunkt durchschritten" – Minister schätzt Lage ein

ÖVP-Minister Hattmannsdorfer gibt sich zum Jahresstart "vorsichtig optimistisch" und kündigt Reformen bei Energie, Industrie und Gewerberecht an.
Lukas Leitner
09.01.2026, 13:55
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Wirtschaftlicher Aufschwung und Optimismus – mit diesen Worten will Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) ins neue Jahr starten, wie er bei einem Medientermin in der LAT Nitrogen GmbH in Linz am Freitag erklärt.

Vor Journalisten gab der ÖVP-Politiker eine Einschätzung der wirtschaftlichen Lage 2026. Mit einer Dezemberinflation im Gepäck, die seit Langem wieder einmal unter vier Prozent lag, betonte Hattmannsdorfer, dass er die "schleichende Deindustrialisierung in Österreich" stoppen wolle. Und deswegen "soll 2026 das Jahr der Wirtschaft und der Industrie, das Jahr der Zuversicht, werden."

Minister ist "vorsichtig optimistisch"

Als Bundesregierung habe man sich dafür bereits ein Ziel gesetzt. Es soll einen wirtschaftlichen Aufschwung geben und das Mittel zum Zweck sei die 2-1-0-Formel von Bundeskanzler Christian Stocker. Also zwei Prozent Inflation, ein Prozent Wachstum und null Toleranz gegenüber Intoleranten.

In die Zukunft blicke Hattmannsdorfer "vorsichtig optimistisch". Es gebe "Licht am Ende des Tunnels" und man sehe, dass die Anlageinvestitionen anspringen, so der Minister. "Der Tiefpunkt ist durchschritten. Ich sage aber ganz ehrlich, es gibt schon ein paar Faktoren, die aus dem Optimismus einen 'vorsichtigen Optimismus' machen", fährt Hattmannsdorfer fort und nannte als Beispiel die aktuelle geopolitische Situation.

Eine "zweite Sorgenfalte" sei zudem die Entwicklung in Deutschland und die dritte große Herausforderung sind die Entwicklungen der Lohnstückkosten in Österreich. Immerhin habe man in den letzten Jahren hierzulande einen Anstieg verzeichnet, der fast doppelt so hoch war, wie der EU-Schnitt.

Drei Schwerpunkte für 2026

Um Österreich wieder auf die "Überholspur" zu bringen, wie es Hattmannsdorfer erklärte, brauche es nun die richtigen Maßnahmen. Der Minister gab deshalb schon jetzt einen Einblick in die Schwerpunktsetzung 2026.

Als erstes zentrales Thema nannte der ÖVP-Politiker die "aktive Energiepolitik" und erinnerte dabei an die Strommarktreform, die noch im Dezember durch das Parlament geboxt wurde. Sie ist seit dem 1. Jänner in Kraft und würde "wesentliche Erleichterungen" mit sich bringen. Darüber hinaus soll auch ein Energiestrombonus kommen – dieser liege aktuell in Brüssel vor.

Als zweiten zentralen Punkt nannte Hattmannsdorfer die Industriestrategie. Diese soll noch im Jänner präsentiert werden und die Sicherstellung des Wachstums in der Industrie in Österreich in den Fokus rücken.

Letztlich hat sich der Minister vorgenommen, die Gewerbeordnung "umfassend" zu reformieren. Konkret soll dabei das Anlagerecht optimiert und schneller gemacht werden. Bei der Genehmigung von Anlagen brauche es mehr Tempo – "das soll effizienter und schneller gehen".

"2026 muss das Jahr des Comebacks der Wettbewerbsfähigkeit werden. Es geht um Wohlstand und um unsere Arbeitsplätze", so Hattmannsdorfer. Abschließend betonte der Minister, dass "das Krankjammern uns nicht nach vorne bringen wird. Wir brauchen 'Ärmel aufkrempeln'." Dazu gehöre auch, dass die Politik bei den angesprochenen Themen liefern müsse, hängt der Minister an.

"Müssen unabhängiger werden"

Auch zum Abschluss des Mercosur-Abkommens äußert sich der Wirtschaftsminister positiv: "Als aufrechter Demokrat ist es für mich klar, dass sich Österreich an seine Position hält. Als Wirtschaftsminister bin ich froh, dass Mercosur kommt, denn Vieles von dem, was gerade auf der Welt passiert, hätten wir vor einigen Jahren oder wenigen Monaten nicht für möglich gehalten. Auf diese neue Zeit müssen wir reagieren."

Österreich müsse unabhängiger werden, indem Abhängigkeiten reduziert und dadurch Risiken minimiert werden. Das bedeutet laut Hattmannsdorfer konkret: "Wir brauchen neue Absatzmärkte für unsere Produkte und besseren Zugang zu seltenen Erden, wie sie etwa in Brasilien vorhanden sind."

Mercosur ermögliche beides. Die EU-Kommission sei nun gefordert, schnell die nächsten Schritte zu setzen und etwa die aktuell laufenden Verhandlungen mit Indien und der Golf-Region zu einem Abschluss zu bringen.

{title && {title} } LL, {title && {title} } Akt. 09.01.2026, 17:13, 09.01.2026, 13:55
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