"Kann Ärger nachvollziehen"

Tankstellen-Chef verrät besten Zeitpunkt zum Tanken

Die Spritpreise sorgen derzeit für viel Ärger bei Autofahrern. Turmöl-Chef Jürgen Stichenwirth erklärt nun, warum Tanken aktuell so teuer ist.
Newsdesk Heute
11.03.2026, 20:54
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Die steigenden Treibstoffpreise sorgen bei vielen Autofahrern für Ärger. Tankstellenbetreiber sehen jedoch kaum Spielraum. Jürgen Stichenwirth, Österreich-Chef des Mineralölkonzerns Orlen und damit auch Chef der Diskont-Tankstellenmarke Turmöl, sprach darüber in einem Interview mit dem "Kurier" und verweist auf die Entwicklung an den internationalen Märkten.

Zu Wochenbeginn kletterte der Ölpreis für die Sorte Brent zeitweise auf fast 120 Dollar. Entscheidend für die Preise an der Zapfsäule sei aber ein anderer Markt. "Der Brent-Preis ist für uns interessant, aber nicht maßgeblich. Wir orientieren uns an der Börse Rotterdam, wo Benzin und Diesel gehandelt werden. Verschiedene Unternehmen preisen ihre Unsicherheiten ein. Mit der anhaltenden Krise steigt der Preis."

"Glaube, dass wir schon noch ein bisschen durchhalten müssen"

Wie lange die Preise hoch bleiben, könne derzeit niemand sagen. "Wenn ich das wüsste... Ich mache mich auf einige Zeit gefasst, weil das nicht so schnell aufhören wird. Ich glaube, dass wir schon noch ein bisschen durchhalten müssen."

Gerade für Diskontanbieter wie Turmöl sei die Situation schwierig. "Wir sind einer der größten Diskontanbieter in Österreich. Wir haben uns niedrige Preise verschrieben. Da ist es natürlich schwierig, wenn man die Preise hinaufsetzen muss. Viele sagen, der Anstieg ist ziemlich saftig, und das stimmt auch, aber es ist den Preisen am Markt geschuldet. Wir haben unsere Margen nicht verändert."

"Ich kann den Ärger schon nachvollziehen"

Ärger bei Autofahrern könne er nachvollziehen. "Ich kann den Ärger schon nachvollziehen. Wer will schon mehr zahlen für etwas, was man eine Woche vorher noch billiger bekommen hat. Aber Panik braucht man nicht zu haben." Engpässe gebe es nicht, die Versorgung sei gesichert.

Auch strengere Kontrollen der Politik würden laut Stichenwirth die Preise nicht senken. "Die Kontrollen werden die Preise nicht sinken lassen. Wir fürchten uns auch nicht davor und sind gerne bereit, mit der Regierung zusammenzuarbeiten."

Viele glauben, Tankstellen könnten steigende Preise durch Lagerbestände abfedern. Das treffe auf Turmöl nicht zu. "Wir haben keine Lager. Wir haben nichts in Österreich, wo wir Benzin und Diesel bunkern könnten und sind an Marktpreise gebunden."

Tipp für Autofahrer

Ein Tipp für Autofahrer: "Wenn Sie mich fragen, wann man am besten zur Tankstelle fährt: Am Montagvormittag." Am Wochenende bleiben die Preise meist stabil, eine Erhöhung ist erst am Montag zu Mittag möglich.

Langfristig verändert sich der Markt jedoch. "Wir haben in Österreich einen rückläufigen Markt. Jedes zweite neu zugelassene Auto fährt mit Hybrid-Antrieb oder vollelektrisch." Turmöl-Mutter Orlen setzt daher verstärkt auf Nahversorgung, Elektromobilität und zusätzliche Dienstleistungen rund um Tankstellen.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 11.03.2026, 21:01, 11.03.2026, 20:54
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