Die 14-monatige Sperre der Wiener Stammstrecke drohe für 190.000 Pendler aus NÖ zum täglichen Stresstest zu werden: Neos-Verkehrssprecher Christoph Müller fordert im Rahmen der Petition "Rettet die Pendler:innen" ein Maßnahmenpaket von Land und ÖBB, damit der Arbeitsweg nicht zum täglichen Spießrutenlauf wird. Schon jetzt sei klar, dass die Sperre den Pendlern "viel Zeit und Nerven kosten wird".
Es brauche rechtzeitig funktionierende Alternativen, mehr Züge der S40 auf der Franz-Josefs-Bahn, eine Schnellbus-Offensive aus den betroffenen Regionen zu den wichtigsten Umsteigeknoten sowie während der Nordbrücken-Sperre eine Ausweitung der Kernzone 100, so die nö. Neos-Chefin Indra Collini. Müller pocht zudem auf eine Taskforce von ÖBB und NÖVOG.
Seitens der ÖBB wird betont: "Seit Beginn des Jahres und bis Oktober kommen schrittweise 20 zusätzliche Cityjets des Typs Desiro ML auf die Stammstrecke. Ab Sommer folgen über 40 neue Cityjet-Doppelstockzüge, die auf der Nord-Süd-Achse eingesetzt werden", so Sprecher Christopher Seif.
Bis Ende 2027 werden rund 1,3 Mrd. Euro in die Modernisierung in der Region investiert. Ein klassischer Bus-Ersatzverkehr sei laut Analyse nicht sinnvoll (Stauprobleme, weniger Kapazitäten als U-Bahn oder Straßenbahn). Man setze auf Taktverdichtung bei U-Bahnen und Kapazitätserweiterungen bei Straßenbahnen.