Hohe Energiepreise: Für viele eine Belastung, für die Marktgemeinde Trumau (Bezirk Baden, NÖ) mittlerweile kein Thema mehr. Der Grund dafür versteckt sich hinter dem Begriff "Modell Trumau".
Trumau legt vor: Sie bieten stabile, planbare und leistbare Energiepreise für Haushalte und Betriebe. Strom werde zu einem Fixpreis angeboten – 12 Cent pro Kilowattstunde für 20 Jahre. Circa ein Drittel der Trumauer sind schon Teilnehmer – das entspricht etwa 800 Haushalten.
"Was in Trumau funktioniert, kann im ganzen Land funktionieren. Leistbare Energiepreise sind keine Utopie, sondern eine Frage des politischen Willens", so Sven Hergovich (SPÖ), Landesrat für Kommunale Verwaltung und Baurecht, und Andreas Kollross (SPÖ), Bürgermeister von Trumau.
Kollross erklärt: "Das Modell Trumau zeigt eindrucksvoll, dass Gemeinden aktiv Energiepolitik gestalten können – mit direktem Nutzen für die Menschen. Planungssicherheit ersetzt Preissprünge, Verlässlichkeit ersetzt Unsicherheit."
Eine Teilnahme sei bewusst niederschwellig gestaltet – Genossenschaftsanteil von zehn Euro, jederzeit kündbar, komplett rückerstattbar. Das Modell gebe es aber nicht mehr nur in Niederösterreich, sondern auch im Burgenland. "Das ist kein Einzelfall, sondern ein skalierbares Erfolgsmodell", erklärt Kollross.
"Die Energiepreise sind weiterhin einer der größten Belastungsfaktoren für Haushalte und Betriebe. Die aktuellen internationalen Entwicklungen zeigen, wie fragil das bestehende System ist. Wir erleben gerade im Eiltempo eine Wiederholung der letzten Energiekrise", so Hergovich und weiter: "Energiepreise sind politisch gestaltbar – und sie müssen auch gestaltet werden."
Ansteigende Preise würden die Inflation anfeuern und Druck auf den Wirtschaftsstandort ausüben.
Auf Bundesebene fordert die SPÖ Niederösterreich "die Aussetzung bzw. Abschaffung der Merit Order sowie Preisdeckel für Strom, Gas und Treibstoffe". Ein massiver Ausbau von Energiegemeinschaften und eine stärkere Rolle des Landes seien auf Landesebene notwendig.
Hergovich erklärt: "Niederösterreich hat bereits zahlreiche Energiegemeinschaften – aber viele davon sind klein. Große, besonders wirksame Modelle wie in Trumau sind noch die Ausnahme. Genau hier muss das Land ansetzen."
Außerdem werde auch gefordert, die Gemeinden gezielt zu unterstützen und die Landesenergieversorger stärker einzubinden sowie politisch zu steuern.
Hergovich und Kollross stellen klar: "Energie ist Daseinsvorsorge. Es kann nicht sein, dass Preise von internationalen Krisen getrieben werden, während wir vor Ort längst funktionierende Lösungen haben."