Drogen-Report

"Speed-Hot-Spot" Guntramsdorf – das steckt dahinter

Warum eine Autobahnraststätte und ein Seniorenwohnheim bei der Analyse eine Rolle spielen: So sind die Ergebnisse von der "Drogen-Hochburg" zu werten.
Erich Wessely
20.03.2026, 05:00
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Der Drogenkonsum in Österreich bleibt weitgehend stabil – mit einem klaren Anstieg bei Kokain. Das zeigt der neue EU-Drogenbericht (Daten vom Jahr 2025) auf Basis von Abwasseranalysen in 18 Regionen. Für Österreich wurde die Analyse vom Institut für Gerichtliche Medizin (GMI) der Medizin Uni Innsbruck durchgeführt.

Cannabis bleibt die meistkonsumierte illegale Droge, vor allem in Städten wie Wien. Kokain ist jedoch weiterhin auf dem Vormarsch und die wichtigste Aufputschdroge. Besonders hohe Werte wurden erneut in Westösterreich gemessen.

Hier sticht Gemeinde in NÖ hervor

Auch Niederösterreich sticht hervor: In Guntramsdorf wurde der höchste Pro-Kopf-Wert beim Konsum von Amphetamin (Speed) festgestellt.

Doch was steckt dahinter, Guntramsdorf als Speed-Hochburg in Österreich? Seitens der 9.450-Einwohner-Gemeinde im Industrieviertel wird betont: "Abwasserdaten lassen keine Rückschlüsse auf einzelne Personen zu. Sie sagen auch nichts darüber aus, wie viele Konsumentinnen und Konsumenten es gibt oder wie "rein" Substanzen waren. Sie zeigen lediglich, welche Spuren (sogenannte Marker) im Abwasser gefunden werden und wie sich diese Werte pro Kopf entwickeln. Es ist also auch nicht klar, ob viele Personen wenig konsumieren, oder wenige viel." Auffällig für Guntramsdorf aber ist: Bei den Amphetaminen ("Speed") und Ketamin liegt Guntramsdorf im Vergleich mit den anderen Städten an der Spitze.

Was betont werden müsse: Ketamin etwa ist ein dissoziatives Narkosemittel, es wird also auch ärztlich verwendet – "daher schwer eindeutig zu trennen in der Analyse", heißt es seitens der Marktgemeinde.

"Raststation mit täglich 108.000 Bewegungen"

"Verfälscht" werde die Studie, was die Werte für Guntramsdorf betrifft, auch dadurch, "dass in unsere Kläranlage sowohl die Eigenheimsiedlung (Traiskirchen) einleitet, ebenso ein kleiner Teil von Gumpoldskirchen und die Autobahnraststation "Oldtimer" (mit 108.000 KFZ Bewegungen täglich, lt. ASFINAG)".

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In die Kläranlage fließt also auch das Abwasser von Teilen aus Traiskirchen und Gumpoldskirchen: "Wir haben auch ein größeres Seniorenwohnheim", so ein Sprecher der Gemeinde zu "Heute". Auch hier sei schwer zu beurteilen, welche medizinischen Substanzen im Abwasser landen.

Im Austausch mit Polizei

Klar ist: Man nehme die Ergebnisse der Analyse ernst, Möglichkeiten der Prävention werden laufend geprüft, man stehe auch hier im Austausch mit der Polizei, der mobilen Jugendarbeit und Schulen.

Zurück zum österreichweiten Drogen-Report: Untersucht wurden Abwässer aus insgesamt 18 Regionen in Österreich, darunter: Wien, Graz, Salzburg, Innsbruck, Wiener Neustadt, Ried im Innkreis, Kufstein, Guntramsdorf sowie weitere Regionen mit insgesamt rund 190 Gemeinden.

Klarer Hinweis auf Partydrogen

Im Schnitt konsumiert jede Person täglich Alkohol, Nikotin und kleine Mengen illegaler Drogen – insgesamt mehrere hundert Kilogramm pro Tag. Auffällig: Kokain, Alkohol und Ecstasy werden vor allem am Wochenende konsumiert – ein klarer Hinweis auf Partydrogen.

Österreich im Mittelfeld

Neu im Monitoring ist Ketamin, das neben medizinischer Nutzung auch zunehmend als Rauschmittel beobachtet wird. Im Europa-Vergleich liegt Österreich übrigens beim Drogenkonsum im Mittelfeld.

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