Sein Plan zur Kanzlerschaft

Kickl packt über Kontakte zu "Schatten-ÖVP" und SPÖ aus

Herbert Kickl erklärt, woran genau die Verhandlungen mit der ÖVP gescheitert sind – und wie es beim nächsten Mal besser laufen soll.
Newsdesk Heute
28.02.2026, 06:51
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Herbert Kickl, Chef der umfragestärksten Partei des Landes, äußert sich vorrangig über seine eigenen Kanäle. Interviews in Medien sind rar, Anfragen des ORF lehnt er konsequent ab. Nachdem er schon im September bei "Heute" zu Gast war, gab er nun der "Kronen Zeitung" ein ausführliches Interview.

"Verrat an den Wählern"

Einmal mehr ging es dabei um die geplatzten Regierungsverhandlungen mit der ÖVP. Der Grund? Es hätte sich als "sinnlos" erwiesen, mit "dieser" Österreichischen Volkspartei das umzusetzen, was die Wähler haben wollten: neue Stoßrichtungen in zentralen politischen Bereichen wie Asyl und der Wirtschaft.

Die ÖVP hätte aber keine Veränderung gewollt. "Dazu war ich nicht bereit. Das spielt es mit mir nicht, weil es Verrat an den Wählern gewesen wäre", resümiert Kickl. Jetzt gibt es zwar die "Verlierer-Ampel", trotzdem sagt der FPÖ-Chef: "Ich würde alles genau so wieder machen."

"Phönix-Plan"

An die ÖVP-SPÖ-Neos-Regierung sei Österreich jetzt wohl noch einige Zeit gebunden, trotzdem bereite sich die FPÖ schon letztes Jahr auf Neuwahlen vor, nennt das gelegentlich den "Phönix-Plan". "Das ist ja viel mehr als eine Überschrift, nämlich ein ganz großer Vorbereitungsplan für den Systemwechsel in Österreich."

Die Flucht der Regierung wird aber nur so lange gelingen, bis es bei den ersten Wahlen einen blauen Durchmarsch gibt. Kickl prognostiziert, dass das in Tirol und Oberösterreich 2028 der Fall sein wird. Apropos Bundesländer: In Kärnten wird Herbert Kickl (wie auch bei der Bundespräsidentschaftswahl) nicht antreten. Er werde stattdessen noch einen Anlauf unternehmen, "diese Volkskanzlerschaft zur Umsetzung zu bringen".

"Klimakommunismus beerdigen"

Erstes Gebot einer Bundesregierung wäre es laut Kickl übrigens gewesen, "den Klimakommunismus zu beerdigen" und "die Festung Österreich endlich zu errichten". Positiv sieht er das Kopftuchverbot, auch wenn er selbst natürlich gleich ein "Verbotsgesetz gegen den politischen Islam" umgesetzt hätte.

"Es gibt auch Dinge, die ich durchaus unterstütze, wie die Abschaffung der Bildungskarenz. Das war etwas, was in dieser Form einfach nur ein missbräuchlich verwendetes Instrument gewesen ist", lässt der Oppositionschef seltenes Lob durchklingen. Auch die Verlängerung der Wehrpflicht wird von der FPÖ klar unterstützt.

"Schatten-ÖVP"

Klar ist: Für einen neuen Anlauf zur Kanzlerschaft braucht es die Unterstützung der ÖVP. "Kanäle gibt es natürlich auf den politischen Ebenen in den Ländern, in den Gemeinden, aber auch auf Bundesebene", lässt Kickl aufhorchen. Viele "Schwarze" seien mit dem aktuellen Regierungskurs nicht zufrieden.

"Und, das sage ich auch ganz offen dazu, es gibt auch eine Gesprächsbasis zur Schatten-ÖVP, weil die gibt es ja auch noch. Das ist die Gruppe rund um Sebastian Kurz, die in regelmäßigen Abständen in Interviews und Medien auftritt, weil ihr diese Entwicklung natürlich auch nicht gefällt." Selbes gelte für Vertreter der SPÖ, "die auch schon verzweifelt sind".

Was vertrauensbildende Maßnahmen betrifft, müsse man bei den nächsten Verhandlungen sicher nicht bei null beginnen, ist sich Kickl sicher.

{title && {title} } red, {title && {title} } 28.02.2026, 06:51
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