Scharfe Töne schlug FPÖ-Chef Herbert Kickl in Ried im Innkreis an. Beim Politischen Aschermittwoch sparte der Freiheitliche nicht mit Kritik an der Bundesregierung. Die Koalition aus ÖVP, SPÖ und Neos bezeichnete er als einen "politischen Hirntoten". Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) setzte der Blaue mit "Buddha" gleich, Vizekanzler Andreas Babler (SPÖ) nannte Kickl einen "sozialistischen Bonzen-Pinguin" und Außenministerin Beate Meinl-Reisinger (Neos) wurde als "Sachspende" bezeichnet.
Seine Anhänger peitschte der FPÖ-Chef unterdessen auf einen bevorstehenden Systemwechsel ein. Kickl sprach von einer bevorstehenden "Richtungs- und Schicksalswahl". Durch seinen sogenannten "Phönix-Plan" wolle der Freiheitliche eine "Dritte Republik" einleiten. Ziel sei der Stopp aller Steuererhöhungen, die Beerdigung des Green Deals, eine in der Verfassung verankerte Neutralität und der Bau der "Festung Österreich".
Die Antwort auf Kickls Rede ließ nicht lange auf sich warten. Am Freitag rückte SPÖ-Bundesgeschäftsführer Klaus Seltenheim zum Angriff aus. Er ortete in dem Auftritt "Krawall, Hetze und Beschimpfungen". Laut Seltenheim sei es gut, dass die FPÖ nicht an der Macht sei, denn die Blauen würden "null" Lösungen anbieten.
Auch Kickls Attacke auf Meinl-Reisinger kritisierte der Sozialdemokrat scharf. Dass Kickl die Neos-Chefin als "Sachspende" bezeichnet hatte, sei für Seltenheim eine "widerwärtige frauenfeindliche Entgleisung".
Aber nicht nur der FPÖ-Chef bekam sein Fett weg. Auch Oberösterreichs freiheitlicher Landesparteichef Manfred Haimbuchner fiel dem Roten negativ auf. Dieser hätte US-Präsident Donald Trump "über den grünen Klee gelobt". "Dass rechtschaffene Bürger auf offener Straße von Behörden erschossen werden – ist das die Wende, die sich Kickl und Haimbuchner auch für Österreich wünschen", fragte Seltenheim. Abschließend hielt der SPÖ-Bundesgeschäftsführer fest, dass mit der FPÖ kein Staat zu machen sei.