In Graz geschah, was lange unmöglich galt: Die Kommunistische Partei Österreichs (KPÖ) wurde 2021 mit 28,84 Prozent stärkste Kraft, Elke Kahr zur Bürgermeisterin der zweitgrößten Stadt der Republik mit 300.000 Einwohnern gewählt. Die roten Flaggen waren ganz dem Thema leistbaren Wohnen gewidmet, doch auch die Bürgernähe Kahrs überzeugte viele, die sonst nichts mit dem Kommunismus am Hut haben.
Ein Erfolgsrezept, das schließlich auch in Salzburg zuschlug. Dort zog die KPÖ 2023 mit 11,66 Prozent in den Landtag ein, 2024 wurde in der Landeshauptstadt Platz 1 mit 23,12 Prozent knapp verpasst. Kay-Michael Dankl ist seither Vizebürgermeister.
Die kommunistischen Politiker spenden übrigens alles, was sie mehr als ein durchschnittlicher Facharbeiter verdienen, an bedürftige Bürger. Kahr gab seit ihrem Amtsantritt bereits 1,3 Millionen Euro ab – auch das kommt gut an.
Entzaubern sich die Kommunisten nun im politischen Alltag selbst? Keinesfalls! Die "Kronen Zeitung" berichtet am Donnerstag von einer Umfrage, die die Grazer Neos beim Institut Triple M in Auftrag gegeben haben. Denn in der steirischen Landeshauptstadt wird entweder im Frühling oder erst im Herbst gewählt.
Die Werte der letzten Wahl sind in der aktuellen Umfrage beinahe unverändert. Die KPÖ käme demnach auf 28 Prozent, dahinter folgt die ÖVP mit 23. Die Grünen verlieren leicht auf 15, die FPÖ gewinnt stark dazu und käme auf 16 Prozent (2021: 10,6). Nur einstellig rangieren SPÖ (9) und Neos (8).
Allerdings: 2020 bzw. 2021 lagen die Umfragen weit vom tatsächlichen Ergebnis entfernt. Es wird also spannend.