Brisante "Heute"-Umfrage

ORF-Wahl: Mehrheit glaubt nicht an faires Rennen

Mehr als jeder zweite Österreicher (54 %) sieht laut neuer "Heute"-Umfrage schlechte Chancen für die Neubesetzung der ORF-Führung ohne Polit-Einfluss.
Angela Sellner
29.05.2026, 05:30
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Das Rennen um die neue ORF-Führung ist in der heißen Phase, bis zuletzt sind immer mehr Bewerber in den Ring gestiegen. Eine Besetzung frei von parteipolitischem Einfluss wird allüberall vehement gefordert – für wie realistisch die Österreicher das dieses Mal einschätzen, hat Unique Research für "Heute" erfragt.

Die Ergebnisse zeigen: Die Mehrheit geht nicht von einem fairen Rennen aus. Im Detail:

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54 Prozent pessimistisch

Mehr als jeder Zweite (54 Prozent) hält die Chancen für eine Besetzung des ORF-Chefjobs ohne Polit-Einfluss für "sehr schlecht" oder "eher schlecht" (je 27 Prozent).

FPÖ-Wähler sind mit 66 Prozent am skeptischsten, gefolgt von ÖVP-Anhängern (61 Prozent). Bei den Neos-Fans erachten 37 Prozent die Chancen für eine ORF-Wahl ohne Polit-Einfluss für schlecht, bei Rot-Wählern sind es 27 Prozent dieser Meinung.

Zugleich finden sich bei VP-Wählern mit 24 Prozent noch die meisten, die gute Chancen für eine ORF-Wahl ohne Parteien-Einfluss sehen. Bei SPÖ-Anhängern sind es 22 Prozent, bei jenen der Neos 20 Prozent.

Am wenigsten glauben Grün-Wähler an eine polit-freie ORF-Besetzung (sechs Prozent). Bei den Anhängern der Freiheitlichen lebt für acht Prozent die Chance auf eine ORF-Wahl ohne Parteien-Einfluss.

Einigkeit quer durch Parteien

"Die Hoffnung, dass bei der Bestellung der neuen Generaldirektion der parteipolitische Einfluss begrenzt werden kann, ist enden wollend", kommentiert Meinungsforscher Peter Hajek die Ergebnisse. Da seien sich "ausnahmsweise einmal viele Wählerinnen und Wähler, egal von welcher Partei, einig".

„Die Hoffnung, dass bei der Bestellung der neuen Generaldirektion der parteipolitische Einfluss begrenzt werden kann, ist enden wollend.“
Peter HajekMeinungsforscher (Unique Research)

Diese Einigkeit zieht sich auch quer durch die Bevölkerungsgruppen. 58 Prozent der Männer und 50 Prozent der Frauen sehen schlechte Chancen, den politischen Einfluss bei der Entscheidung für die neue ORF-Leitung zu begrenzen.

Ältere glauben am wenigsten an Polit-Aus

Nach Altersgruppen sind die Jungen (16 bis 29 Jahre) mit 24 Prozent noch am zuversichtlichsten, dass die Politik herauszuhalten sei. Von den über 60-Jährigen denken das nur sechs Prozent – während bei ihnen der Anteil der Pessimisten am größten ist (68 Prozent).

Keine sehr große Rolle scheint in dieser Frage der Bildungsstand zu spielen. 49 Prozent der Befragten mit Matura sehen schlechte Chance für ein Ende des Polit-Einflusses. Bei jenen ohne Matura sind 56 Prozent dieser Ansicht.

Aber: Von jenen mit Matura halten 18 Prozent eine ORF-Wahl ohne Parteipolitik für gut möglich. Bei jenen ohne Matura sind das nur sieben Prozent.

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