Dass Ingrid Thurnher als ORF-Generaldirektorin verlängert wird, galt schon als gesetzt, doch jetzt wird das Bewerberfeld im Rennen um den ORF-Chefsessel immer größer. Wie schon 2021 steigt auch diesmal ORF-Magazinchefin Lisa Totzauer in den Ring, kann dabei auf das Vertrauen von einigen prominenten ÖVP-Vertretern hoffen.
Selbes gilt aber für APA-Geschäftsführer Clemens Pig, der ebenfalls im ORF aufräumen will. Ein dreiminütiges Bewerbungsvideo veröffentlichte am Freitag schließlich auch Puls-4-Gründer Markus Breitenecker.
Nach den Feiertagen gibt es jetzt die nächste Kandidatin. Via Aussendung verkündet Eva Schütz, Herausgeberin des rechten Blogs "eXXpress", ihre Kandidatur um den ORF-Vorsitz. Ihrer Bewerbung will sie eine "umfassende Reformagenda unter dem Titel 'ORF 2030'" beilegen.
Schütz – Verlobte von SPÖ-Rebell Georg Dornauer – begründet ihre Kandidatur mit der tiefgreifenden Veränderung der österreichischen und internationalen Medienlandschaft sowie mit der Verantwortung, den öffentlich-rechtlichen Rundfunk in einer Phase wachsender gesellschaftlicher Polarisierung und wirtschaftlicher Herausforderungen strategisch neu auszurichten.
"Der ORF ist eine der wichtigsten demokratischen Institutionen unseres Landes. Gerade in unruhigen Zeiten braucht es einen öffentlich-rechtlichen Rundfunk, der unabhängig, wirtschaftlich solide, technologisch modern und zugleich nahe an den Gebührenzahlern bleibt", erklärt Schütz.
Seine Größe und Finanzierung müsse der ORF stärker rechtfertigen – allerdings nicht durch eine Erklärung, sondern Tag für Tag durch die laufende Berichterstattung. "Ich bin keine Kandidatin der Bundesregierung oder der Koalition, ich bin keine Kandidatin von Freundeskreisen oder einzelner Gremien. Ich bin die Kandidatin der Zuseherinnen und Zuseher und der Gebührenzahler."
Eva Schütz ist Juristin, war in internationalen Wirtschafts- und Beratungshäusern tätig sowie in mehreren Aufsichtsratsfunktionen, darunter bei der Volksbank Wien sowie bei Unternehmen des ÖBB-Konzerns. Danach war sie in drei Ministerien stellvertretende Kabinettschefin. 2021 gründete sie das umstrittene Portal "eXXpress".