Die Stadt Graz verschärft ihren Kampf gegen die Asiatische Tigermücke. Nachdem erste Maßnahmen bereits Wirkung gezeigt haben, werden jetzt erstmals Kanalschächte speziell abgesichert, damit die lästigen, invasiven Insekten dort keine Eier mehr ablegen können.
Bereits im Vorjahr hatte Graz auf sterile Tigermücken-Männchen gesetzt. Laut Infos der Stadt ging die Population im Testgebiet dadurch um 70 Prozent zurück. Deshalb werden heuer weitere sterile Männchen ausgesetzt. Dafür investiere die Stadt laut ORF erneut 150.000 Euro.
Zusätzlich werden nun erstmals städtische Kanalschächte umgerüstet. Diese gelten als ideale Brutstätten für die Tigermücke. Kanalschächte bieten der Tigermücke "ideale Bedingungen": stabile Temperaturen, Feuchtigkeit und Schutz.
Wenn diese Brutstätten "dauerhaft unzugänglich gemacht werden können, wäre das ein wichtiger Schritt hin zu einer nachhaltigeren Bekämpfung", erklärt Tigermückenexperte Erwin Wieser vom Gesundheitsamt dem ORF.
Das neue System arbeitet mit einem mechanischen Verschluss im Inneren der Schächte. "Das Prinzip erinnert an eine Herzklappe. Das System öffnet sich nur, wenn Wasser tatsächlich abfließen muss, und verschließt den Zugang danach sofort wieder", erklärt Eva Winter, Leiterin des Gesundheitsamtes.
Die ersten Kanalschächte in einem festgelegten Testgebiet wurden bereits Mitte Mai umgerüstet. Insgesamt soll das System in rund 50 Schächten getestet werden.
Trotz der Maßnahmen appelliert Gesundheitsstadtrat Robert Krotzer (KPÖ) an die Bevölkerung. Entscheidend sei weiterhin, mögliche Brutstätten im privaten Bereich zu vermeiden. Dazu zählen etwa Blumenuntersetzer, Regentonnen, Vogeltränken oder Planschbecken. Sichtungen der Tigermücke sollen außerdem über die kostenlose App "Mosquito-Alert" gemeldet werden.