Rettung vor 18 Jahren

Hartes Sparpaket: Dabei schulden uns Banken Milliarden

Österreichs Banken schreiben Rekordgewinne – doch aus der Bankenrettung sind laut Analyse noch fünf Milliarden Euro offen.
Team Wirtschaft
25.05.2026, 16:41
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Österreich steckt mitten in harten Budgetzeiten. Die Regierung schnürt Sparmaßnahmen, viele Menschen müssen sich auf Einschnitte einstellen. Vor diesem Hintergrund rückt nun eine alte Rechnung wieder in den Fokus: die Bankenrettung nach der Finanzkrise 2008/09.

Damals sprang der Staat ein, also letztlich der Steuerzahler. Die Kosten beliefen sich auf 10,8 Milliarden Euro. Über die Bankenabgabe flossen zwischen 2011 und 2025 aber nur 5,8 Milliarden Euro zurück. Damit stehen die Banken beim Staat laut Momentum Institut noch mit rund fünf Milliarden Euro in der Kreide.

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Geldinstitute sollen jetzt "Schulden begleichen"

Barbara Schuster, stellvertretende Chefökonomin der gewerkschaftsnahen Denkfabrik, findet dazu klare Worte: "Bevor die Regierung bei Familien, Pensionisten und der arbeitenden Bevölkerung harte Einschnitte macht, sollte sie dort ansetzen, wo noch Milliarden offen sind: bei den Banken. Wer damals vom Staat gerettet wurde und heute Übergewinne macht, sollte jetzt auch seine Schulden begleichen", fordert die Wirtschaftsexpertin.

Nur Mini-Beitrag der Banken

Wie gering der Beitrag der Banken derzeit ist, zeigt der Blick auf die Bankenabgabe im Verhältnis zu ihren Gewinnen. Selbst die erhöhte Abgabe macht 2025 nur 4,3 Prozent der Bankengewinne aus.

In den Jahren davor war der Anteil noch niedriger. 2021 lag er bei 1,6 Prozent, 2022 bei 1,3 Prozent, 2023 bei 1,2 Prozent und 2024 bei 1,4 Prozent. Im Vergleich zur Ertragslage der Banken ist die Abgabe damit nur ein kleiner Abschlag auf außergewöhnlich hohe Gewinne.

Bankenrettung 2008/2009: So viel schulden Banken dem Staat
Momentum Institut

Flotte Rückzahlung angesichts hoher Gewinne "zumutbar"

Sollten die Banken die offene Rechnung beim Staat innerhalb der nächsten zwei Jahre begleichen, müssten sie jährlich rund 2,5 Milliarden Euro an Bankenabgabe leisten. Das wäre etwa das Fünffache der derzeitigen Abgabe.

Aus Sicht des Momentum Instituts wäre das angesichts der aktuellen Gewinnlage zumutbar. Gleichzeitig sei ein höherer Beitrag budgetpolitisch dringend notwendig, weil der Staat derzeit an vielen Stellen sparen müsse.

Bankengewinne legen weiter kräftig zu

Was die Experten auch erhoben haben: Insgesamt liegen die Gewinne der heimischen Banken weiter deutlich über dem Niveau der Jahre vor der Zinswende. Die Bank Austria erzielte 2025 einen Jahresgewinn von 1,29 Milliarden Euro. Die Bawag kam auf 760 Millionen Euro, die Erste Bank Österreich auf 569 Millionen Euro.

Auch bei den Raiffeisen-Instituten fielen die Gewinne hoch aus. Raiffeisen Wien-NÖ erreichte 514 Millionen Euro, Raiffeisen OÖ 429 Millionen Euro.

Enorme Zuwächse im Mehrjahresvergleich

Im Vergleich zum Durchschnitt der Jahre 2018 bis 2022 sind das teils enorme Zuwächse. Bei Raiffeisen Wien-NÖ steht ein Plus von 348 Prozent, bei der Bank Austria ein Plus von 174 Prozent. Raiffeisen OÖ legte um 169 Prozent zu, die Bawag um 98 Prozent und die Erste Bank Österreich um 93 Prozent.

Dazu kommt: Aktuell zeichnet sich ab, dass die Europäische Zentralbank wegen der wieder ansteigenden Inflation im Juni womöglich erneut Zinsschritte nach oben setzen könnte. Die vergangenen Jahre hätten gezeigt, dass Banken durch die ungleiche Weitergabe gestiegener Zinsen Milliarden verdient hätten.

Momentum Institut fordert deutlich höhere Bankenabgabe

Das Momentum Institut empfiehlt daher, bei der Höhe der Bankenabgabe nachzubessern. In Zeiten eines angespannten Budgets sollte die Regierung zuerst dort Geld eintreiben, wo der Staat noch Milliarden ausständig hat – und nicht zuerst bei jenen kürzen, die ohnehin unter hohen Preisen, Mieten und Lebenshaltungskosten zu leiden hätten.

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