KI-Startups unter Druck

Kanada kauft Deutschlands KI-Hoffnungen

Der kanadische KI-Riese Cohere schnappt sich gleich zwei deutsche Vorzeige-Startups. Experten warnen: Das ist ein schlechtes Signal für Europa.
Newsdesk Heute
25.05.2026, 08:44
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Das kanadische KI-Schwergewicht Cohere expandiert in Rekordzeit. Nach dem Heidelberger Startup Aleph Alpha schluckt das Unternehmen nur wenige Wochen später mit Reliant AI aus Berlin das nächste deutsche Vorzeige-Unternehmen.

Aleph Alpha wurde ursprünglich als deutsche Antwort auf OpenAI gehandelt. Das Berliner Startup Reliant AI entwickelt hingegen eine Plattform zur automatisierten Analyse von Pharma-Daten und zählt bereits den Pharmariesen GlaxoSmithKline zu seinen Kunden.

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Wie NTV berichtet, ist der Doppelschlag laut KI-Expertin Barbara Lampl für das europäische KI-Ökosystem ein ernstes Warnsignal. "Eine echte europäische KI-Souveränität kann so nicht erreicht werden", sagt Lampl.

Deutschland baut keine Champions

Mit den Übernahmen will sich Cohere als Weltmarktführer im Bereich "souveräner KI" etablieren. Dabei handelt es sich um Systeme, bei denen Unternehmen und Regierungen die volle Kontrolle über sensible Daten behalten.

Für seine KI-Angebote will Cohere künftig die Rechenzentren der Schwarz-Gruppe (Lidl, Kaufland) nutzen. Der Aleph-Alpha-Anteilseigner verpflichtet sich dafür, 600 Millionen US-Dollar in eine kommende Finanzierungsrunde zu investieren.

Laut Lampl gehe Cohere auch deshalb in Deutschland auf Einkaufstour, weil die Gehälter für KI-Talente hier weit unter dem Niveau von OpenAI oder der Tech-Szene in San Francisco liegen. "Das ist kein Kompliment an die deutsche Innovationspolitik", so die Expertin.

Weitere Startups könnten folgen

Deutschland produziere zwar gute KI-Forscher, scheitere aber regelmäßig in der Wachstumsfinanzierung. Als nächste mögliche Übernahmekandidaten gelten Unternehmen wie Black Forest Labs, Parloa oder Langdock.

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