Richtungsweisendes Urteil

Gericht erlaubt KI-Umwandlung von Fotos

Das Oberlandesgericht Düsseldorf hat entschieden: KI-generierte Bilder sind nur geschützt, wenn der Mensch kreative Entscheidungen trifft.
Technik Heute
18.05.2026, 11:07
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Wer ein Foto in die KI füttert und daraus ein neues Bild generieren lässt, muss künftig weniger rechtliche Konsequenzen fürchten. Das Oberlandesgericht Düsseldorf hat in einem wegweisenden Urteil klargestellt: Das bloße Motiv eines Fotos ist nicht schutzfähig und darf mit KI-Hilfe nachgebaut werden.

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Im konkreten Fall hatte eine Unterwasserfotografin geklagt, die sich auf Aufnahmen von tauchenden Hunden spezialisiert hatte. Ein ehemaliger Partner hatte eines ihrer Bilder in ein KI-System geladen und daraus eine comichafte Grafik erzeugt.

Wie heise.de berichtet, wies das Gericht die Klage der Fotografin ab. Begründung: Die KI-Grafik habe zwar den Bildeinfall aufgegriffen, aber die schutzfähigen Elemente wie Perspektive, Belichtung und Schärfentiefe nicht übernommen.

Prompts allein reichen nicht aus

Gleichzeitig zieht das OLG aber enge Grenzen für den Schutz von KI-Bildern selbst. Wer seine KI-Grafik als eigenes Werk schützen lassen will, muss einen maßgeblichen, menschlich-gestalterischen Einfluss nachweisen können. Ein paar allgemeine Prompts in die KI einzugeben genügt dafür nicht.

Urheberrechtlich geschützt sind KI-Bilder laut dem Urteil nur dann, wenn der Nutzer extrem detaillierte Voreinstellungen macht, laufend spezifische Korrekturen vornimmt oder bewusst aus vielen Zwischenergebnissen auswählt.

Beweislast liegt beim KI-Nutzer

Wer vor Gericht behauptet, sein KI-Bild sei ein eigenständiges Werk, trägt die volle Beweislast. Im aktuellen Fall konnte der Beklagte nicht darlegen, welche kreativen Entscheidungen er getroffen hatte - damit wurde seiner Grafik der Werkschutz verweigert.

IT-Rechtler Jens Ferner begrüßt die Entscheidung. Sie liefere "die bislang präziseste obergerichtliche Dogmatik zur Schnittstelle zwischen dem klassischen Lichtbildschutz und der Nutzung menschlich geschaffener Bilder als Input generativer KI-Systeme".

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