Gute Nachrichten für Spieler, die bei Online-Glücksspielanbietern Geld verloren haben: Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat in einem wegweisenden Urteil klargestellt, dass Rückerstattungsklagen gegen Anbieter zulässig sind, die in einem EU-Land illegal operieren.
Im konkreten Fall ging es um einen deutschen Spieler, der zwischen Juni 2019 und Juli 2021 bei einem maltesischen Online-Casino gezockt hatte. Das Angebot war in Malta legal, in Deutschland zu diesem Zeitpunkt jedoch verboten. Zu den verbotenen Spielen zählten virtuelle Automatenspiele und Wetten auf Lotterien.
Wie Chip.de berichtet, hat der EuGH am 16. April 2026 in der Rechtssache C-440/23 entschieden, dass die Klage des Spielers zulässig ist. Die Vertragsgrundlage sei durch das nationale Verbot nichtig gewesen.
Besonders interessant: Das deutsche Verbot wurde 2021 aufgehoben - also nach dem Zeitraum, in dem der Kläger gespielt hatte. Doch laut EuGH ändert das nichts an der Rechtmäßigkeit der Klage. Die spätere Aufhebung stelle frühere Verbote nicht infrage.
Es liege im legitimen Interesse jedes EU-Landes, Glücksspielangebote zu reglementieren und zu verbieten - auch wenn diese in anderen EU-Ländern erlaubt seien.
Das Urteil öffnet nun auch für andere betroffene Spieler die Tür, vor nationalen Gerichten zu klagen oder pausierte Verfahren fortzusetzen.