"Blond, blöd und deppert"

Österreicher muss Simone Lugner jetzt viel Geld zahlen

Ein Steirer wurde in Graz verurteilt, nachdem er Simone Lugner auf Facebook massiv beleidigt hatte - er muss nun tief in die Tasche greifen.
André Wilding
26.03.2026, 09:00
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Ein Facebook-Posting kommt einem Steirer jetzt teuer zu stehen. Der Mann hatte die Witwe von Baumeister Richard Lugner, Simone Lugner, auf seiner Seite heftig beschimpft - und musste sich dafür vor Gericht in Graz verantworten.

Richter Christoph Lichtenberg machte gleich zu Beginn klar, wie häufig solche Fälle inzwischen sind. "Ich verhandle nur mehr Facebook-Beleidigungen. Ich bin der Facebook-Beleidigungs-Richter", wird er in der "Kronen Zeitung" zitiert. Der Grund: Viele würden offenbar noch immer glauben, dass im Internet andere Regeln gelten.

Elf Vorstrafen

Der Angeklagte, ein arbeitsloser 45-Jähriger mit insgesamt elf Vorstrafen, hatte zwei Artikel über Simone Lugner geteilt und dazu geschrieben: "Blond, blöd und deppert". Außerdem unterstellte er ihr, nichts geleistet zu haben und nur Männer auszunehmen.

Im Gerichtssaal zeigte sich der Richter laut "Krone" wenig beeindruckt: "Sie sind arbeitslos, haben elf Vorstrafen und kritisieren andere Leute? Das macht schon einen merkwürdigen Eindruck." Und weiter: "Wen soll das überhaupt interessieren? Das können Sie auf eine Serviette schreiben und wegwerfen!" Der Angeklagte räumte ein: "Ja, das wäre besser gewesen."

"Es tut mir leid"

Auch Reue zeigte er! "Bitte übermitteln Sie Frau Simone Lugner, dass es mir leid tut. Die Entschuldigung werde ich auch öffentlich posten", heißt es im Bericht der Tageszeitung. Lugners Anwalt Florian Höllwarth konterte: "Ich hätte Ihnen das alles erspart, aber Sie haben meinen Brief ja ignoriert."

Ein Vergleich scheiterte an der finanziellen Lage des Mannes. Laut "Krone" hat er hohe Schulden, mehrere Exekutionen laufen und sein Einkommen wird gepfändet. "Einen Vergleich ohne Mittel stelle ich mir also schwer vor", so der Richter. Höllwarth stellte klar: "Das billigste ist ein Urteil."

Im Video: Simone Lugner im "Heute"-Talk

1.500 Euro Entschädigung

Am Ende fiel das Urteil laut "Kronen Zeitung" deutlich aus: 560 Euro Geldstrafe, 1.500 Euro Entschädigung für Simone Lugner sowie rund 2.500 Euro Verfahrenskosten. Zusätzlich muss der Mann das Urteil handschriftlich auf Facebook veröffentlichen.

"Dass Ihre Äußerungen Beleidigungen darstellen, brauchen wir nicht zu diskutieren", stellte der Richter unmissverständlich klar. Der Steirer akzeptierte das Urteil.

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