Schliefen nicht im selben Bett

Jacqueline Lugner: "Richard wollte Simone nie heiraten"

Der Rechtsstreit im Hause Lugner ging in die nächste Runde. Vor Gericht machte Jacqueline klar: Aus Liebe heiratete ihr Vater Simone sicher nicht.
Jana Stanek
20.03.2026, 19:00
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Brisante Details kamen bei der Verhandlung am 20. März rund um Simone Lugner und ihr Wohnrecht in der Luxusvilla des Baulöwen ans Licht. Die Stiftung Lugner& Söhne brachte zuletzt eine Räumungsklage für die Döblinger Villa der Lugners ein – Simone soll raus!

Der Grund: Zu Lebzeiten habe sie gegen ihren Ehepakt verstoßen und die Pflege von Richard Lugner nicht ausreichend in die Hand genommen haben.

Simone gegen Jackie

Im Zeugenstand sagte auch Lugner-Tochter Jaqueline aus. Für sie ist klar: Liebeshochzeit war das keine! Das Verhalten der Witwe beschreibt sie als "schockierend und schlimm" – teilweise habe Simone in Lugners letzten Tagen nicht einmal gewusst, wie es ihm gehe. Simone schildert indes: "Richard hat sich nie beschwert, dass ich zu wenig bei ihm bin".

Jeden Tag haben sie gemeinsam gegessen und Zeit zusammen verbracht. Als sie einmal einen Tag ohne ihren Gatten nach Kitzbühel fuhr habe dieser zu ihr gesagt, sie solle ruhig alleine fahren: "Ich sehe dich eh jeden Tag, weil du immer bei mir bist."

Ausgefahrene Krallen

In den Wochen vor dem Tod ihres Vaters will Jacqueline Lugner nur noch selten in der Villa in Döbling gewesen sein – einerseits wegen ihrer eigenen Hochzeitsreise, andererseits wegen des angespannten Verhältnisses zu ihrer Stiefmutter. "Als sie einzog, hat sie alle meine Sachen aus der Villa entfernt. Das war ein sehr unangenehmes Gefühl", schildert sie.

Außerdem kurios: Jackys altes Schlafzimmer in der Luxusvilla soll Simone als "Zimmer für ihre Katzen" verwendet haben. Simone schildert das ganze so: "Unser Schäferhund mochte die Katzen nicht, Richard hatte Angst, dass er sie auffrisst". Deswegen blieb der Hund im unteren Stock, die Katzen bekamen ein leer stehendes Zimmer für sich.

"Alle anderen haben 'nein' gesagt"

In einem Punkt deckten sich die Aussagen der Lugner-Frauen: Simone und Richard schliefen nicht im gemeinsamen Ehebett – weder im Urlaub noch zu Hause oder in der Hochzeitsnacht. Simones Begründung: Der Baulöwe habe gerne warm und heller geschlafen, sie brauche es still, kühl und dunkel. "Wenn ich genug Schlaf bekommen wollte, ging ich in das andere Zimmer".

Jacky geht vor Gericht sogar noch weiter: "Mein Vater hat mir vor der Hochzeit gesagt, dass er Simone gar nicht heiraten will", erzählt sie.

Die Ehe sei bloß deshalb zustande gekommen, weil die zwei anderen Damen, die als mögliche Gattinnen infrage kamen, "es sich nicht zutrauten, einen über 90-Jährigen zu pflegen".

Streit über Pflege

Alles dreht sich um die Pflege

Die Pflege war im Justizpalast das Hauptthema der Verhandlung. Laut des Ehepakts habe sich Simone dazu verpflichtet, die Pflege von Lugner zu organisieren. "Daran war auch der Anspruch auf lebenslanges Wohnrecht geknüpft", so Jackie. Und genau hier liegt der Streitpunkt.

Die Lugner & Söhne Stiftung bezweifelt, dass die Witwe diesen Verpflichtungen nachgekommen ist. Simone besteht darauf: Bis zuletzt sei Richard selbstständig gewesen und kein Pflegefall. Ein Urteil gab es am 20. März auch nach fünf Stunden Verhandlung noch keines – im Laufe des Jahres sollen wohl noch zwei weitere Termine angesetzt werden.

{title && {title} } JS, {title && {title} } Akt. 20.03.2026, 19:18, 20.03.2026, 19:00
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