Am britischen High Court of Justice sorgte ein ungewöhnlicher Vorfall für Aufsehen: Ein Kläger erschien bei einem Eigentumsstreit mit einer Smartbrille und ließ sich offenbar heimlich von einer nicht anwesenden Person beraten.
Der Richterin fiel auf, dass der Mann bei seinen Antworten ungewöhnlich lange zögerte. Die Anwältin der Gegenseite bemerkte dann seltsame Geräusche aus seiner Nähe. Es stellte sich heraus: Er trug Smart Glasses.
Laut heise.de wurde die Situation noch bizarrer, nachdem der Mann die Brille abnehmen musste. Plötzlich gab sein Smartphone hörbar die Stimme einer dritten Person wieder, die offenbar mit ihm sprach. Die Richterin ließ Brille und Smartphone sofort sicherstellen.
Der Kläger bestritt, die Smartbrille während seiner Aussage genutzt zu haben. Seine Erklärung: Es sei der Chatbot ChatGPT gewesen, der zu ihm gesprochen habe.
Die Beweislage sprach allerdings gegen ihn. Seine Anrufliste zeigte mehrere Telefonate mit einem Kontakt namens "abra kadabra" - angeblich sein Taxifahrer. Nähere Angaben konnte er nicht machen.
Die Richterin verwarf die gesamte Zeugenaussage des Klägers. Sie entschied zugunsten der Beklagten und brummte dem Mann auch noch die Übernahme der gegnerischen Verfahrenskosten auf.
Der Fall zeigt: Moderne Smart Glasses sind auf den ersten Blick oft kaum von normalen Brillen zu unterscheiden. Das macht die Kontrolle in Gerichtssälen zunehmend schwieriger.