OpenAI hat sein nächstes Sprachmodell vorgestellt: GPT-5.5 versteht sich weniger als Chatbot und stärker als eigenständig arbeitender KI-Agent. Das Modell kann Aufgaben selbstständig planen, Werkzeuge nutzen, Zwischenergebnisse prüfen und über längere Zeiträume konsistent arbeiten.
Die Schwerpunkte liegen auf Softwareentwicklung, Recherche, Datenanalyse und der Bedienung von Software. Trotz höherer Leistungsfähigkeit soll die Antwortgeschwindigkeit identisch mit dem Vorgängermodell GPT-5.4 bleiben, das erst Anfang März erschienen war.
Wie t3n.de unter Berufung auf heise.de berichtet, erreicht GPT-5.5 auf Terminal-Bench 2.0, einem Benchmark für mehrstufige Kommandozeilen-Workflows, eine Genauigkeit von 82,7 Prozent. Damit liegt es vor Claude Opus 4.7 mit 69,4 Prozent und Gemini 3.1 Pro mit 68,5 Prozent.
Bei genauerem Blick auf die Leistungsdaten fällt allerdings auf, dass die Vergleichbarkeit eingeschränkt ist. Mehrere Benchmarks enthalten keine Werte für Konkurrenzmodelle. Beim internen Expert-SWE etwa tritt GPT-5.5 ausschließlich gegen den eigenen Vorgänger an.
"Anstatt jeden Schritt sorgfältig zu steuern, können Sie GPT-5.5 eine unübersichtliche, mehrteilige Aufgabe übergeben und darauf vertrauen, dass es plant, Tools nutzt, seine Arbeit überprüft, mit Unklarheiten umgeht und weitermacht", so OpenAI.
GPT-5.5 steht zunächst für Plus-, Pro-, Business- und Enterprise-Nutzer in ChatGPT und Codex zur Verfügung. Eine allgemeine API-Freigabe hat OpenAI angekündigt, aber noch keinen Termin genannt. Zur Preisgestaltung in Europa hat sich das Unternehmen bislang nicht geäußert.